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Liest Du mir vor? – Vorlesegewohnheiten untersucht

Lesebrille beim Studium auf dem Fachbuch (c) Hans / pixabay.de

Trügt der Schein manchmal oder sind es unterschiedliche Wahrnehmungen bzw. Auslegungen der Situation? 875 Kinder machen im Gegensatz zu ihren Eltern widersprüchliche Aussagen in Bezug auf das Vorlesen. In einer Studie „Vorlesen im Kinderalltag 2008“ der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutschen Bahn gaben 37% der vier bis elf Jährigen an, ihnen würde nie vorgelesen. Zuvor gaben im vergangenen Jahr 1000 Eltern ihre Vorlesegewohnheiten zu Protokoll. Nur 18% der Eltern bestätigten wissentlich die Aussage ihrer Kinder.

Liest Du mir bitte vor?

Ob man vorgelesen bekommt oder nicht ist für die Entwicklung elementar. Wortschatz und Sprache entwickeln sich oft viel besser und schneller, wenn Kindern das geschriebene Wort näher gebracht wird. Vorlesegewohnheiten entwickeln sich aber erst, wenn man sich selbst und seinem Kind regelmäßig und situationsbezogen vorliest. Dazu muss man nichts vorbereiten oder beachten. Die meisten Eltern greifen abends vor dem Einschlafen zum vom Kind gewählten Geschichtenbuch. Gemeinsam wird im Bett gekuschelt und vorgelesen. Generell wünschen sich von den aktuell befragten Sechs- bis Siebenjährigen 33 Prozent Vorlesestunden. Solange Kinder eben nicht selbst lesen können oder das lesen lernen, ist vorlesen die einzige Chance sie an Bücher, Literatur bzw. geschriebenes Wort heranzuführen. Das Hören und Erzählen von Geschichten rundet sicher diese Sinneserfahrung perfekt ab. Wichtig ist es altersgerechte Bücher und Tonmaterialien gemeinsam mit dem Kind zu finden und auszuwählen.

Vorlesegewohnheiten in der Praxis

Aber auch im Alltag ist vorlesen wichtig und richtig.  Kinder haben im Gegensatz zu uns Erwachsenen, die schon lesen können einen echten Nachteil. Generell ist jemand der nicht lesen kann in unserer Gesellschaft benachteiligt. Eltern sollten auch, wenn sie alltägliche Sachen erledigen, sich die Zeit nehmen ihren Kindern Schrifttafeln, Preisschilder, Hinweise oder andere Dinge vorzulesen. Die Frage: Was steht denn da? sollte generell nie unbeantwortet bleiben, denn oft ergänzt das geschriebene Wort ein entsprechendes Bild und rundet es ab. Menschen, die aus Gründen nie lesen gelernt haben, sind auch als Erwachsene darauf angewiesen, vorgelesen zu bekommen. Oft sind z.b. aud gesundheitlichen Gründen Wortschatz, Sprache oder/und Sprachentwicklung gehemmt. Wichtig ist es dabei Wort für Wort das geschriebene vorzulesen und nicht nur sinngemäß nach dem eigenem Verständnis die vermeintliche Kernbotschaft weiterzugeben. Nur so kann sich der jenige (s)eine eigene Meinung bilden und eigene Schlüsse ziehen.

In Kindertagespflegestellen, Kindertagesstätten und Schulen gehören Bücher, Geschichten und Theater längst zum Alltag der Kinder. Regelmäßig haben betreute Kinder von klein auf Kontakt mit altersgerechten Büchern und Tonträgern. Bundesweit gibt es Vorlesetage, Veranstaltungen und die Lesenächte. Auch in Leipzigs Kindertagesstätten und Schulen findet meist um die Buchmesse herum die Vorlesenacht statt. Trotzdem sind regelmäßige Vorlesegewohnheiten wirkungsvoller als projektbezogenes Vorlesen und Lesen. Auch der jährliche Vorlesetag setzt nur ein medialen Schwerpunkt auf das Thema. 7500 Prominente lesen in Bibliotheken und sonstigen öffentlichen Orten. In Leipzig gibt es ebenfalls einen Verein, welcher sich mit dem Vorlesen beschäftigt.

Aber was hält Eltern davon ab, ihren Kindern vorzulesen? Wir freuen uns über Meinungen und Kommentare zum Vorlesen.

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