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männertag: was sind das für männer in frauenberufen?

Männergesicht (c) Salih Ucar / pixelio.de

was sind das für männer in frauenberufen? wer sind diese floristen, altenpfleger und erzieher? laut der ergebnisse des abgeschlossenen dfg-forschungsprojektes „salutogenetische bedeutung des geschlechtsrollenselbstkonzeptes: determinanten psychosozialer gesundheit in geschlechtsuntypischen berufsfeldern“ der abteilung für arbeits- und organisationspsychologie der fakultät für biowissenschaften, pharmazie und psychologie haben diese männer sowohl maskuline, als auch feminine kompetenzen, um ihren berufsalltag zu meistern.

(ddp direct) anlässlich des männertages am 2. juni berichtet die wissenschaftlerin und doktorandin sonja sobiraj aus den erkenntnissen einer umfangreichen studie.

sie nahm männer in den blick, die mit weniger als 20 prozent eine minderheit in ihrem berufsfeld ausmachen: alten- und krankenpfleger, floristen, frisöre, erzieher und grundschullehrer wurden mit der anonymisierten umfrage nach ihrem eigenen geschlechts-rollenverständnis und ihrem wohlbefinden in der frauendominierten arbeitswelt befragt. zusätzlich wurde jeweils eine direkte kollegin des befragten mannes in die umfrage einbezogen, um das soziale arbeitsumfeld von männern in frauenberufen näher zu beleuchten.

die forschungsergebnisse stützen die idee vom „modernen mann“ in unserer gesellschaft: männer in frauenberufen schreiben sich selbst weibliche kompetenzen zu. sie wissen aber gleichsam ihre männliche seite im berufsleben hervorzuheben. „sie sind einerseits beispielsweise risikofreudig und andererseits beispielsweise fürsorglich“, erklärte die psychologin. diese identifikation mit sowohl weiblichen als auch männlichen eigenschaften ist gut für das eigene wohlbefinden am arbeitsplatz.

auch die bewertung der eigenen arbeitsaufgaben als weiblich und männlich kann als bereicherung für diese männer angesehen werden: so ist man(n) nicht auf geschlechtsstereotype sichtweisen beschränkt und schafft sich raum für die eigene entwicklung. dieser umstand sollte es für männer eigentlich leichter machen, sich für einen frauenberuf zu entscheiden. der bundesweite boys‘ day bietet seit diesem jahr hier eine gute möglichkeit, besonders junge männer auch für frauendominierte berufsfelder zu interessieren. wichtig ist vor allem, dass die jungen männer mitbekommen, dass auch bisher unbeachtete berufsfelder durchaus zur eigenen person passen können. wieso nicht grundschullehrer werden, wenn man(n) spaß an der vermittlung von wissen hat oder florist, wenn einem die kreative gestaltung mit materialien gut liegt?

„auftretende probleme für männer in frauenberufen hängen häufig mit dem beruflichen umfeld, also kolleginnen, kundinnen oder vorgesetzten zusammen. es kann vorkommen, dass sich die männer aufgrund ihres geschlechts wenig akzeptiert oder zurückgewiesen fühlen, was ihr wohlbefinden bei der arbeit verringert“, erklärte sonja sobiraj. hier gelte es, frühzeitig konflikte aufzudecken und anzugehen, um derartige probleme zu bewältigen. „denn männer können eine zusätzliche bereicherung für betriebe und einrichtungen sein, z. b. als männliche rollenvorbilder für kinder oder zusätzliche fachkräfte im dienstleistungs- und gesundheitssektor.“

die gehälterfrage im übrigen sei durch das zunehmende einsteigen von männern in frauenberufe durchaus von vorteil: „es ist denkbar, dass durch den einstieg von mehr männern in frauenberufe, auch die gehälter ansteigen werden“, vermutet die psychologin.

umso spannender wäre es nun, diese prozesse weiter zu forcieren und in die praxis zu tragen. der transfer der ergebnisse wäre beispielsweise durch informations- und beratungsangebote für männer und interessierte betriebe (z.b. krankenhäuser, ausbildungsstätten, schulen) möglich: „je früher männer über potentiale und möglichkeiten frauendominierter berufsfelder aufgeklärt werden, desto eher können neue blickwinkel bei der berufswahl eingenommen werden“, erklärte die psychologin, „und gleichsam wichtig ist es, jenen männer, die sich bereits für einen frauendominierten beruf entschieden haben, den rücken zu stärken“.

vielfalt am arbeitsplatz beginnt u.a. beim vorhandensein von mehr als nur einem geschlecht. deshalb ist es wichtig, dass man im krankenhaus auch mal auf einen männlichen krankenpfleger trifft. übrigens genauso wichtig, wie in einer kfz-werkstatt sein auto auch mal von einer frau repariert zu bekommen!

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