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Familienkolumne: Magentumore – auf dem Rückmarsch

FamKol Prof. Dr. Peter Malfertheiner.jpg (c) lebenswege-forum.de

Familienkolumne.de ist stolz an dieser Stelle das Interview mit Herr Dr. Peter Malfertheiner zum Thema „Magentumore“ veröffentlichen zu können.

Der Magenkrebs wird seit Jahren kontinuierlich seltener. Warum dies so ist und wie sich diese Entwicklung noch forcieren ließe, erklärt Professor Dr. Peter Malfertheiner aus Magdeburg in einem Interview.

Herr Professor Malfertheiner, woran liegt es, dass Magenkrebs heutzutage seltener geworden ist als früher?

Hauptursachen für diese Entwicklung ist ein Rückgang der Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori durch verbesserte Hygiene in den industrialisierten Ländern und durch eine gesündere Ernährung. Auch die Behandlung der Helicobacter Pylori Infektion ist effektiv und kann – wenn sie früh genug erfolgt – das Magenkarzinomrisiko senken. Außerdem kann eine sinkende Zahl der Raucher einen Beitrag dazu leisten, dass das Magenkarzinom seltener wird.

Kann sich die rückläufige Häufigkeit weiter fortsetzen?

Ja, aber das setzt eine noch konsequentere Behandlung von Infektionen mit dem Helicobacter Pylori voraus. Obwohl bekannt ist, dass Magenkrebs meistens nur dann entsteht, wenn dieser Keim vorhanden ist, wird häufig keine strikte Elimination des Bakteriums angestrebt. Wir arbeiten daher zurzeit intensiv daran, einen Impfstoff gegen das Magenbakterium zu entwickeln. Denn trotz der rückläufigen Zahlen erkranken jährlich weltweit noch rund 900.000 Menschen an einem Magenkrebs. Dieser wird oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Dann gibt es leider kaum mehr Heilungschancen.

Wie viele Menschen sind mit dem Magenbakterium infiziert?

In Deutschland wird die Diagnose „Magenkrebs“ jährlich bei mehr als 15.000 Menschen gestellt. Das wird sich in naher Zukunft kaum ändern, da bei den über 50-Jährigen fast jeder Zweite mit dem Magenbakterium infiziert ist, meist ohne dies zu wissen. Deutlich geringer geworden sind die Infektionsraten in der jüngeren Bevölkerung und bei den Kindern, was mit den heutzutage deutlich besseren hygienischen Verhältnissen zu tun haben dürfte. Auf lange Sicht wird der Magenkrebs damit zwangsläufig seltener werden. Die Zahlen zeigen aber auch, dass wir in unseren Bemühungen der Vorsorge beim Magenkrebs nicht nachlassen dürfen. Als Früherkennungsmaßnahme sollte ein Atemtest durchgeführt werden, um nach einer Infektion mit dem Magenkeim zu fahnden. Wird diese nachgewiesen, so halten wir eine gezielte Behandlung zur Keimelimination für sinnvoll.

Herr Professor Malfertheiner, haben sie vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Lebenswege, das Forum für Krebspatienten und deren Angehörige, für Sie.

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