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München ist Nummer Eins in Sachen Schulwegsicherheit

Schulkinder Verkehrsschild (c) Claudia Hautumm / pixelio.de

In keiner deutschen Großstadt sind Kinder im Straßenverkehr so sicher unterwegs wie in München. Das zeigen Statistiken, die gestern anlässlich der Vorstellung der Schulwegpläne 2013 für 138 Münchner Grund- und Förderschulen präsentiert wurden. Die neuen Wegepläne für Schulanfänger wurden im BMW Museum stellvertretend an Eva Wobido, Rektorin der Grundschule am Winthirplatz, übergeben.

(ddp direct) München. Seit 29 Jahren sorgt dieses von der Verkehrswacht München, dem Kreisverwaltungsreferat und der BMW Group getragene Programm für mehr Sicherheit für die jüngsten und gefährdetsten Verkehrsteilnehmer. Damit wurden seit Einführung im Jahr 1984 330.000 Kinder an mittlerweile 138 Münchner Schulen auf den sicheren Schulweg vorbereitet.

Mehr Einwohner, mehr Erstklässler, weniger Unfälle mit Kindern

Mit durchschnittlich 0,74 verunglückten Kindern pro 1.000 Kinder liegt München im Kinderunfallatlas 2012 der Bundesanstalt für Straßenwesen mit dem niedrigsten Wert deutlich vor Bremen (0,90) und Leipzig (0,95). Essen bildet mit 1,58 das Schlusslicht. Insgesamt sind die Unfälle von Kindern im Straßenverkehr im Stadtgebiet München seit 1982 um ein Drittel gesunken.

Eine entscheidende Rolle bei diesem Erfolg spielt der sichere Schulweg. Denn hier sind Kinder laut Statistischem Bundesamt besonders gefährdet. Radfahrer und Fußgänger im Alter von sechs bis 14 Jahren verunglücken meistens während der Schulwegzeiten zwischen 07:00 und 08:00 Uhr morgens sowie zwischen 13:00 und 14:00 Uhr.

72 Prozent weniger Schulwegunfälle

Auch hier hat München einen positiven Abwärtstrend vorzuweisen: Im Zeitraum 1981 bis 1991 sind die Schulwegunfälle im Großraum München von jährlich 357 auf rund 100 im Jahr gesunken (-72 Prozent) und bleiben seitdem konstant auf diesem niedrigen Niveau. Und das obwohl im Zeitraum 1991 bis 2011 die Einwohnerzahl um 41 Prozent auf 1,7 Millionen Menschen und die Zahl der Schulweggänge um 34 Prozent auf 39 Millionen jährlich angestiegen ist.

Schulwegpläne als perfekte Vorbereitung auf den zweiten Schultag

Die Schulwegpläne leisten hier einen wichtigen Beitrag. Durch ihre anschauliche, auf die jeweilige Schule, den individuellen Schulweg und seine Gefahrenstellen zugeschnittene Darstellung in Kartenform helfen sie Eltern und Erstklässlern schon vor Schulbeginn dabei, den Schulweg gemeinsam zu erkunden und einzuüben. Auf den bunten Stadtplänen kennzeichnen dicke rote Ausrufezeichen gefährliche Kreuzungen. Fotos verdeutlichen Gefahren, zum Beispiel schwer einsehbare Stellen im Straßenverkehr vor und hinter abfahrenden Bussen. Infokästen nennen Ansprechpartner an der Schule und bei der Polizei und schaffen Kontakt zu den ehrenamtlichen Schulweghelfern, die eine besonders wichtige Funktion erfüllen. Begleiten die Eltern oftmals zu Beginn der Schullaufbahn die Kinder noch in die Schule, sollen diese jedoch möglichst schnell eigenständig ihren Schulweg zurücklegen können, um ihre Entwicklung und Selbstständigkeit zu fördern. Dafür ist der Schulwegplan die optimale Grundausstattung.

Fast alle Münchner Grundschulen beteiligt

Mittlerweile beteiligen sich fast alle Münchner Grundschulen an dem Projekt, das nachweislich zu einer erhöhten Verkehrssicherheit beiträgt. Für das anstehende Schuljahr 2013/2014 wurden jetzt im BMW Museum insgesamt 13.405 Schulwegpläne an 138 Schulen übergeben. Damit können nahezu alle Erstklässler im Stadtgebiet erreicht werden. Die Schulen verteilen die Pläne frühzeitig an die Eltern, damit diese mit ihren Kindern bereits vor dem ersten Schultag den Weg abgehen und einüben können.

Eltern, Kinder, Lehrer und Verkehrsexperten vom Nutzen der Pläne überzeugt

Für die Eltern und ihre Kinder ist der Schulwegplan eine unverzichtbare Hilfe. So sagt Gabriele Heil, Mutter der 7-jährigen Laura, die an der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße mittlerweile in die 2. Klasse geht: „Der Schulwegplan war eine tolle Möglichkeit mit den Kindern eine bekannte Wegstrecke mit der Theorie des Kartenlesens zu verbinden. Dabei wurden Verstand und Gefühl angesprochen und meine Tochter Laura für die Gefahrenstellen sensibilisiert. Und mir hat es geholfen, meine Tochter den Weg alleine gehen zu lassen.“ Ihre Tochter Laura ergänzt: „Ich durfte schon in der ersten Klasse alleine zur Schule gehen, obwohl ich über zwei große Straßen muss. Schon im Kindergarten habe ich den Weg geübt und so gelernt darauf zu achten, dass ich auch bei grüner Fußgängerampel immer schaue, dass die Autos auch wirklich stehen bleiben.“

Dass das Thema Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle im Grundschulalltag spielt, bestätigt Jörg Weinberger, Lehrer und Schulleiter an der Pfarrer-Grimm-Grundschule: „Vor allem wegen der nicht einfachen Schulumgebung mit Schwerlastverkehr auf der Eversbuschstraße ist der Sicherheitsaspekt bei uns enorm wichtig. Den Schulwegplan gibt es an unserer Schule schon sehr lange, dokumentiert aber erst seit dem Schuljahr 2000/2001. Er wird von den meisten Eltern gut angenommen um vor allem mit den Schulanfängern den Schulweg vor Schulbeginn zu üben. Wichtig sind dabei besonders die Übergänge, die unsere Schulweghelferinnen – darunter Roswitha Mayr, die bereits seit 31 Jahren ehrenamtlich bei uns tätig ist – für die Schüler verkehrssicher macht.“

Und auch die Experten sind sich einig. Mitinitiator und Verkehrssicherheitsexperte Prof. Dr. Dr. Benedikt von Hebenstreit von der Verkehrswacht München ist überzeugt: „An den 138 teilnehmenden Münchner Grundschulen ist die Zahl verletzter Kinder seit Einführung der Pläne deutlich gesunken. Das ist ein klarer Beleg für die Wirkung der Schulwegpläne. Wir würden uns freuen, wenn dieses Modell in mehr Städten Schule machen würde.“

Stefan Rauscher, Unfallforscher bei der BMW Group, ergänzt: „Um das Risiko im Straßenverkehr so gering wie möglich zu halten, sollten Kinder lernen, sich aufmerksam im Straßenverkehr zu bewegen und mit Gefahrensituationen umzugehen. Kinder lernen zum einen durch Erklärungen der Eltern – hier kann der Schulwegplan viel leisten. Aber sie lernen auch durch Beobachtung und Imitation. Das bedeutet, dass das Vorbildverhalten eine sehr wichtige Rolle spielt. Noch ein Grund mehr für uns alle, mit gutem Beispiel im Straßenverkehr voranzugehen.“

Im Jahr 1998 startete die BMW Group das Projekt „Schulwegpläne“ auch in Berlin. Bislang konnten dort rund 236 Schulen mit circa 141.000 Schulwegbeschreibungen versorgt werden.

 

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