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Nachbericht Expertenchat Glücklich ohne Trauschein

Doppelbett (c) familienfreund.de

(djd.) So richtig in ist das Heiraten heutzutage nicht mehr. Nach wie vor steigt die Zahl der wilden Ehen. Und auch wenn die wilden Ehen gar nicht so wild sind: Die Zahl der Probleme steigt im Verhältnis zur traditionellen Ehe ebenfalls, wenn Frau und Mann sich für ein gemeinsames Leben ohne Trauschein entscheiden. Das ist die Schattenseite der Medaille: Auf der einen Seite wollen sich viele Paare nicht dem staatlichen Regelwerk der traditionellen Ehe unterwerfen.

Auf der anderen fehlt es dann aber häufig auch an Regelungen, wenn die Partner mit der freieren Form der – oft eben doch nicht lebenslangen – Partnerschaft nicht mehr zurechtkommen. Die bessere Lösung ist, gleich zu Beginn der auf längere Zeit angelegten Beziehung zu entscheiden, wie mit Problemen umgegangen werden soll. Fragen dazu stellten Frauen und Männer unseren Experten im Chat.

Vom Beziehungsstress bis zu Rechtsunsicherheiten – die wilde Ehe kann viele Probleme mit sich bringen

Im Chat saßen:

  • Irene v. Behr, Fachanwältin für Familienrecht in eigener Kanzlei in Hamburg. Tätigkeitsschwerpunkte: Ehe- und Familienrecht, Erbrecht
  • Volker van den Boom, Praxis für Paartherapie und Sexualtherapie Aachen / Düsseldorf
  • Peter Krückl, Experte für Risikolebensversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth

Meine Kinder, deine Kinder, unsere Kinder

Bei vielen Fragen ging es den Lesern um die Kinder. Denn auch wenn es am Beginn einer großen Liebe meist heißt: „Meine Kinder, deine Kinder, unsere Kinder“, so sieht die Welt doch ganz anders aus, wenn am Ende der Beziehung über die Zukunft und das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder entschieden werden muss. Doch auch zu Beginn sind die Sorgen, die der Nachwuchs den Partnern bereitet, eine Feuerprobe. Paar- und Sexualtherapeut Volker van den Boom rät Betroffenen in so einem Fall, den schon vorhandenen Kindern zu zeigen, dass sie geliebt werden und dass die Liebe zum neuen Partner oder zur neuen Partnerin ihnen nichts wegnimmt. Und dem neuen Partner des Elternteils rät der Experte: „Unternehmen Sie außerdem etwas mit dem Kind alleine, was das Kind gerne machen möchte. So wird eine Beziehung zwischen ihnen beiden aufgebaut und das Kind lernt, Ihnen zu vertrauen.“

Sich gegenseitig absichern

Auch finanzielle Vorsorge ist wichtig, um das Zusammenleben auf eine sorgenfreie Basis zu stellen. Dazu gehört insbesondere, für die Zeit nach dem Tod eines Partners vorzusorgen. Da das Gesetz für unverheiratete Paare keine Witwenrente vorsieht, sind überlebende unverheiratete Partner darauf in besonderem Maße angewiesen. Peter Krückl von den Ergo Direkt Versicherungen rät zum Abschluss einer Risikolebensversicherung und ergänzt: „Als Faustregel für die Hinterbliebenenabsicherung geht man in der Regel von einem Versorgungsbedarf des Drei- bis Fünffachen des Jahresbruttoverdienstes aus.“ Anders rechnet es sich, wenn die unverheirateten Partner gemeinsam ein Haus bauen. Dann sollte die Versicherungssumme mindestens in Höhe des Darlehens gewählt werden. Doch je nachdem, ob bereits eine zusätzliche Absicherung für die Familie besteht, sollte besser eine entsprechend höhere Summe versichert werden, damit nicht nur das Darlehen zurückgezahlt werden kann, sondern die Hinterbliebenen auch eine gewisse Zeit versorgt sind. Und die Laufzeit der Versicherung sollte ein paar Jahre länger als die des Darlehens gewählt werden, damit ein Puffer besteht, falls sich die Rückzahlung des Darlehens verzögern sollte.

Wenn ich sterbe, gehört alles dir …

Eine Herausforderung sind für unverheiratete Paare auch Erbschaftsangelegenheiten. Mit einem Testament Vorsorge zu treffen, ist in Patchworkfamilien eine besonders wichtige, aber auch eine besonders komplexe Aufgabe. In den Familien verheirateter Paare, die ausschließlich gemeinsame Kinder haben, ist die Erbfolge vom Gesetz recht klar vorgegeben. Unverheiratete Paare müssen hingegen oft eigene Lösungen entwickeln, um sicherzustellen, dass ihre Wünsche auch am Ende des Lebens umgesetzt werden. Dabei sollte man in einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft zwischen Erbvertrag und Testament unterscheiden. Fachanwältin Irene v. Behr erklärt den Unterschied: „Ein Erbvertrag – der für unverheiratete Partner möglich ist – ist bindend und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen rückgängig gemacht oder angefochten werden. Ein Testament – gemeinschaftliche Testamente sind nur für Eheleute möglich – kann jederzeit aufgehoben beziehungsweise widerrufen werden.“

Wer schreibt, der bleibt

Besser abgesichert können sich unverheiratete Paare fühlen, die rechtlich relevante Fragen im Vorfeld klären. Eine gute Möglichkeit dazu ist ein Partnerschaftsvertrag, in dem von der Hausratversicherung bis zur Finanzierung des gemeinsamen Lebens viele im Alltag wichtige Fragen geklärt werden können. In Spezialbereichen sollte man sich im Einzelfall zusätzlich beraten lassen. Beim gemeinsamen Kauf einer Immobilie beispielsweise über den korrekten Grundbucheintrag. Und wenn es um die gegenseitige Fürsorge im Pflegefall geht, können eine Gesundheits- und eine Vorsorgevollmacht wichtig sein.

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