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Patchworkfamilie – das glückliche Chaos

Familie | Vater mit 2 Kindern (c) S. Hofschlaeger / pixelio.de

Die Lebensläufe von Menschen sind längst nicht gradlinig. Immer länger weilen wir auf unserem schönen Planeten und immer öfter verändern wir uns und unsere Lebensumstände. Neben dem Streben nach Anerkennung und Geld zeichnet das Glück vieler Menschen sich heute durch Liebe aus. Die Liebe zu einem anderen Menschen und der Wunsch gemeinsam ein Kind groß zu ziehen, geschehen heute kaum noch aus wirtschaftlicher Sicht sondern viel mehr aus Emotionaler. Ein neumodischer Begriff, den es erst etwa seit 1990 gibt, verkörpert all diese Wünsche in einem Wort, die Patchworkfamilie.

Zusammengeflickt fürs Leben?!

Patchwork bedeutet Flickwerk. Man setzt alte Flicken und Reste zu etwas schönem und neuem zusammen. Die Patchworkfamilie ist in der Regel was schönes und neues. Viele Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage in so einer Patchworkfamilie auf nachdem sich ihre Mütter und Väter schon einmal von einem Partner getrennt haben. Sie ist in Deutschland die dritthäufigste Familienform nach den Alleinerziehenden und der Kernfamilie. Die Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater, Kind, ist das Ideal und die Wunschvorstellung – allerdings hält diese Kernfamilie nur noch bis die Kinder aus dem Haus sind. Alle Familienformen haben eines gemeinsam – sie sind nicht einfach zu leben. Kleine und große Herausforderungen des Alltags sind zu meistern und stellen das Familienleben immer wieder auf die Probe. Idealisierte Vorstellungen sowie romantische Verklärungen des ersten verliebt sein, belasten manche Paarbeziehungen schon von Anfang an. Die Patchworkfamilie nährt sich ihrerseits aus den bereits gemachten, leider oft negativ bewerteten Erfahrungen, der Beteiligten. Je mehr Personen sich neu zusammenfinden, um so mehr Zeit wird benötigt einen gemeinsamen Weg zu finden.

Den passenden „Flicken“ finden

Nicht nur viele Singles quält die bohrende Fragen gibt es den richtigen oder die richtige überhaupt – nein, auch viele Alleinerziehende fragen sich das. Statistisch kommen Trennungen in Deutschland nicht nur zustande, weil sich beide nicht mehr verstehen oder keine gemeinsamen Ziele mehr vorhanden sind. Viele Menschen betrauern auch den Verlust des Partners. Für die Flicken- bzw. Partnersuche gibt es kein Patentrezept. Jedoch bieten zahlreiche Dienstleister mittlerweile ihre Unterstützung in unterschiedlichsten Formen und Facetten an. Von ganz zufällig, über eine Anzeige bis hin zum organisierten Speeddating gibt es verschiedene Start- bzw. Landehilfen. Hier bleibt die goldene Regel: Vertrauen sie auf ihr Bauchgefühl und machen sie nichts, was sie später bereuen würden. Treffen sie Menschen und ergründen sie, was der oder die andere haben muss bzw. sollte. Nach einem intensiven Kennenlernen und vielen Gesprächen stellt sich irgendwann heraus, dass man zueinander passt. Die Entscheidung für eine Partnerschaft ist begründet. Das Kind bzw. die Kinder des anderen sollten natürlich in keinerlei Hinsicht ein Hindernis darstellen bzw. als störend empfunden werden. Hier müssen vor allen die Erwachsenen mit offenen Karten spielen, um Missverständnisse zu vermeiden. Kinder spüren ziemlich gut, wenn man ihnen gegenüber Vorbehalte hat, übertrieben um die Gunst wirbt oder sich anbiedert. Natürlich muss man allen Beteiligten Zeit und Raum einräumen, sich kennenzulernen. Viele Patchworkfamilien sind im wahrsten Sinn des Wortes schon fast Großfamilien. Es gibt oft überdurchschnittlich viele Kinder.

Patchworkfamilie im Alltag

Jede 7. Familie ist mittlerweile in ihrer Form eine sogenannte Patchworkfamilie mit ihren ganz individuellen Herausforderungen, Sorgen und Nöten. Über das gute miteinander kann man sich hier informieren. Viele Deutsche treffen die Entscheidung für oder gegen eine Partnerschaft auf emotionaler Basis. Im deutschen Rechtssystem hat die Patchworkfamilie keinen festen Stand. Die Kinder eines Partners haben natürlicherweise noch einen anderes biologisches Elternteil, der mit gemeinsamen Sorgerecht bis zu 50% Mitspracherecht an allen wesentlichen und wichtigen Entscheidungen hat. Einen Zwei- oder sogar Dreikampf muss man im Interesse der Heranwachsenden vermeiden. Neue Partner sind nichts an dem man sich reiben kann und sollte, da sie eigentlich keine Konkurrenz für das biologische Eltern-Kind-Verhältnis darstellen. Wittert man dennoch Konkurrenz oder fühlt sich unbehaglich muss man sich mit diesen Gefühlen auseinandersetzen, um für sich eine emotional verträgliche Lösung zu finden. Regelmäßige Gespräche mit dem anderen Elternteil und das einhalten bzw. besprechen von Regeln sorgen für Vertrauen. Verantwortung und die Pflicht haben beide biologische Elternteile wechselseitig Meinungen einzuholen, Unterschriften zu leisten und Konfliktlösungen herbeizuführen. Bei alltäglichen Dingen entscheidet immer der Elternteil bei dem das Kind lebt (Aufenthaltsbestimmungsrecht).

Bewährungs- oder Zerreißprobe?

In Zeiten, wo Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in vielen Bereichen auch mit zusätzlichen Mitteln und viel Aufwand sowie gesetzlichen Regelungen hergestellt wird, sind Männer als biologische Väter den leiblichen Müttern im Kampf um die Kinder oft unterlegen. Statistisch leben gemeinsame Kinder nach der Trennung zu 98% immer bei ihren Müttern. Während die Schuldfrage bei Scheidung im Familienrecht schon seit den 70er Jahren abgeschafft wurde, geht es trotzdem noch erstaunlich oft um Schuld oder nicht Schuld. Jede 3. Ehe wird nach einer Ehezeit von durchschnittlich 14 Jahren geschieden. Es gibt vielfältige Trennungsgründe, die oft nichts mit den Kindern zu tun haben. In unzähligen Familienstreitigkeiten sprechen am Ende die Richter das letzte Wort, um eine einvernehmliche und dem Kindeswohl orientierte Regelung herbeizuführen.

Sowohl die Kultur des Heiratens als auch die der Partnerschaft haben sich gesellschaftlich verändert. Es ist einfach(er) und unkompliziert(er) sowie gesellschaftlich toleriert mehrere Beziehungen einzugehen oder/und sich öfter zu trennen. Manchmal ist es noch nicht einmal mehr eine Frage des Geldes oder des Standes, ob und wie man sich trennt bzw. begegnet. Am Besten und wünschenswert ist heutzutage zweifelsohne auf Augenhöhe und mit größtmöglichen Respekt. Schadensbegrenzung durch einvernehmliche Scheidungen und Trennungen trägt zudem der Schonung des Geldbeutels bei. Wer vorsorgen möchte, bevor er sich ein nächstes Mal unbeschwert der Liebe und Partnerschaft hingibt, dem bietet das Familienrecht zahlreiche Möglichkeiten für sich uns seine Lieben in allen erdenklichen Situationen das Richtige zu entscheiden oder Hilfe zu finden.

Für betreute Mitarbeiter im Familienservice ist die familienfreund KG in allen Fragen rund um Familie der erste Ansprechpartner. Familie ist viel mehr als nur Mutter, Vater, kleine Kinder – Familie ist immer dort, wo mindestens 2 füreinander Verantwortung übernehmen. Gern unterstützen wir sie dabei Antworten und individuelle Lösungen für ihren kleine oder großen Flickenteppich zu finden.

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