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Richtig online bewerben: Weniger ist oft mehr

Bewerbungsschreiben (c) pixabay.de

Online zu kommunizieren – das ist im Berufsleben zunehmend die Regel. Schon der Einstieg bei einem Unternehmen beginnt heutzutage über das Internet mit einer Online-Bewerbung: „Bei unseren Partnerunternehmen, die zu den größten Arbeitgebern in Deutschland zählen, ist diese Art der Bewerbung schon lange und flächendeckend der Standard“, sagt Carsten Franke, Sprecher der Stellenbörse JobStairs. Er gehörte zu den drei Spezialisten, die bei unserer Expertentelefonaktion eine große Zahl von Leserfragen beantworteten. Denn die Unsicherheit von Bewerbern im Umgang mit Eingabeformularen im Internet ist immer noch groß. Viele wissen nicht, welche Art von Dateien sie hinterlegen sollen. Andere fragen sich, wie viele Unterlagen sich Personalverantwortliche wünschen. Ganz wichtig war vielen Anrufern auch die Frage, auf welche Weise sie mit ihrer Bewerbung positiv auffallen.

Bei unserer Expertentelefonaktion sprachen die Leser mit:

  • Dr. Hans-Christoph Kürn (Siemens AG) ist Leiter Social Media & E-Recruiting im Konzern Siemens Deutschland. Er ist seit 1986 in verschiedensten Funktionen im Bereich „Human Resources“ bei der Siemens AG tätig.
  • Mario D’Alessio (Fraport AG) leitet die Abteilung Personalmarketing der Fraport AG, einem führenden internationalen Airport-Unternehmen. Hier verantwortet er unter anderem Bereiche wie das Schüler- und Hochschulmarketing, die Weiterentwicklung des Online-Bewerbermanagementsystems und das Employer Branding.
  • Carsten Franke (JobStairs) ist Sprecher der Stellenbörse JobStairs und Vorstand von milch & zucker, einem Beratungsunternehmen für Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting und Nutzung von Online-Jobbörsen.

Ein Hinweis, den alle drei Experten den Anrufern besonders ans Herz legten, lautete: Man sollte Flüchtigkeitsfehler bei der Online-Bewerbung vermeiden. Auch in einem an sich flüchtigen Medium wie dem Internet ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und Bewerbungen sorgfältig zu erstellen. Denn es gelten die gleichen Kriterien wie für die schriftliche Form. Das bedeutet: keine lockeren oder umgangssprachlichen Formulierungen im Anschreiben, und kein Weglassen der Datumsangabe. „Bei einer Initiativbewerbung zum Beispiel sollte der Betreff außerdem eindeutig formuliert sein – aus ihm muss hervorgehen, für welchen Bereich man sich bewirbt“, erklärt Mario D’Alessio von der Fraport AG und ergänzt: „Wird zudem ein Lebenslauf als Anlage hochgeladen, sollte dieser auch nach Möglichkeit unterschrieben sein.“

Vorsicht vor anonymen Spaß-Mail-Adressen

Wenn es darum geht, welche Dateien am besten online hinterlegt werden, raten die Personalfachleute Bewerbern dazu, sorgfältig auszuwählen. Denn hier gilt eher das Prinzip: „Weniger ist mehr“. Das letzte Zeugnis sollte auf jeden Fall dabei sein. Ebenso weitere Unterlagen, die besondere Fähigkeiten des Bewerbers herausstellen und dadurch seine Chancen erhöhen, zum Gespräch eingeladen zu werden. Absolute „No-Gos“ sind eine anonyme Spaß-Mail-Adresse und ein Bewerbungsfoto, das im letzten Urlaub geknipst wurde. „Bevor die Bewerbung übermittelt wird, sollte man alles noch einmal genau anschauen und durchlesen“, empfiehlt Dr. Hans-Christoph Kürn von der Siemens AG. Er weist zudem darauf hin, dass vollgepackte Bewerbungsmappen aufdringlich wirken. „Bei Siemens kann man bis zu fünf Megabyte hinterlegen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies absolut ausreicht.“ Als bevorzugtes Dateiformat für Anschreiben, Arbeits- und Abschlusszeugnisse nennt Carsten Franke von JobStairs das PDF: „Es hat den Vorteil, dass es auf jedem Computersystem identisch angezeigt wird.“
Schnelle Bearbeitung, wenig Aufwand
Der Vorteil von Online-Bewerbungen liegt nach einhelliger Meinung der Experten vor allem in den vereinfachten Abläufen: Die Daten der Bewerber können direkt in das IT-System übernommen und gleich elektronisch bearbeitet werden. Auf diese Weise müssen Bewerber nicht lange auf eine Antwort warten und sparen obendrein die Kosten für eine aufwändige Mappe. Pluspunkte sammelt man viel eher mit einer glaubwürdigen Vorstellung seiner Person und der Bewerbungsgründe. Dr. Hans-Christoph Kürn: „Man sollte über seine Person und seine Interessen berichten, allerdings mit klarem Bezug zu den Aufgabenstellungen, die in der Stellenbeschreibung ablesbar sind.“ Übrigens kann man auch in einer digitalen Bewerbungsmappe die eigene Kreativität zum Ausdruck bringen. Mario D’Alessio von Fraport: „Am besten nutzt man diese, um typische Floskeln aus einschlägigen Ratgebern durch eigene Formulierungen zu ersetzen.“ Denn ein Bewerbungsschreiben „von der Stange“ wirkt auf Personaler ebenso abschreckend wie übertriebene Eigenwerbung. D’Alessio: „Lieber beschreiben, weshalb man so motiviert ist, für das Unternehmen in der ausgeschriebenen Position tätig zu werden.“

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