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schule ist doof!?

Kids in Betrieb, Platz 1 (c) familienfreund.de

woran liegt es denn, dass die hochmotivierten schulanfänger bereits vor dem wechsel aufs gymnasium keinen bock mehr auf schule haben?

in den meisten fällen liegt es wohl kaum am kind sondern eher an den rahmenbedingungen und dem immer gleichen ablauf, der die schülerInnen schlichtweg müde macht.

am montag morgen starteten die sächsischen schülerInnen in den ersten schultag nach den herbstferien. wieviel prozent das gut gelaunt und motiviert taten, bleibt wohl im dunkeln. schlechte atmosphäre, hohe klassenstärke, immer noch zu viel frontalunterricht und der täglich starre ablauf ermüden kinder genauso schnell wie erwachsene. aus dem feedback unserer kunden und den zahlreichen elterngesprächen wissen wir, dass die motivation eines erstkässlers von 100% zum stichtag der einschulung, spätestens am beginn der 4.klasse nur noch 80% beträgt. viele elternanfragen beschäftigen sich gerade dann nur noch mit dem schwierigen thema bildungsübergang.

weiter staatlich oder doch lieber privat?

leider ist die grenze des machbaren, gerade was den inhalt und die lehrmethoden angeht, dank des schulsystems und der starken nachfrage an ersatzschulen und der stark strukturierten profile der weiterführenden schulen, schneller erreicht als ihnen lieb ist.

und auch immer mehr schülerInnen haben schlichtweg die nase voll von schule. immerhin müssen sie je nach bildungsabschluss mindestens 9 und maximal 12 jahre ihrem täglichen (schul-)trott nachgehen. und dazu kommt, dass kinder/schülerInnen immer noch nicht wirklich als (mit-)gestalter und -bestimmer ernst genommen werden.

die mitwirkungsmöglichkeiten ordnen sich an 80% der schulen festen regeln unter. flexible und freie gestaltung ist kaum möglich. was in vielen unternehmen längst an der tagesordnung, ist in schule immer noch ein nogo.

gleitzeit , teilzeit , entwicklungsgespräche, flexible zeit- und stundenkonten, telearbeitsplatz , urlaubsabsprachen oder  leistungsentgelt sind doch maximal für die arbeitsstellen der lehrer im gespräch. während eltern der work-life-balance nachjagen, stellen wir unsere kinder vor vollendete tatsachen. die freiheit des bildungsplanes, aus der kindertagesstätte bekannt, ist wohl dosiert und unterliegt von der 1. bis zur 4. klasse einer festen uhrzeit von 13- 16 uhr – eben nach mathe, deutsch und sport.

und trotzdem reden wir sowohl in frühkindlicher bildung als auch später in den unternehmen davon, dass wir neugierige, selbstständige, starke und mitdenkende kinder, mitarbeiter, unternehmer und menschen brauchen.

am 12. november streiken unsere kinder/schüler bundesweit gegen das mehrgliedrige schulssytem und für eine demokratische schule für alle. aber wie soll diese demokratisch(e) schule aussehen? was beinhaltet denn gleiche chancen für alle? und wie kann es letztlich umgesetzt werden?

sei es nun christlich, sozialdemokratisch oder waldorf – solange der mensch nicht im mittelpunkt steht und die lebenskompetenz, die er über die jahre braucht, um sich demokratisch, individuell und selbstständig sein leben einzurichten und zu gestalten, wird wohl eine schule nie mehr sein, als ein ort an dem man früh hingeht und nachmittags wieder kommt, und sich den ganzen tag mit dem gedanken trägt, wann endlich wochenende oder ferien sind.

vielleicht ist es gut am 12. november mal zu zuhören, was die schülerInnen so wollen und wie sie sich die ersten 18 jahre ihres lebenslangen lernen vorstellen?

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