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schule ist nicht lustig, sondern körperliche qual

Schule | Stundenplan (c) Claudia Hautumm / pixelio.de

schule ist nicht lustig, sondern für jeden 4. schüler bundesweit körperliche qual, weil er geschlagen wird. von 530000 befragten schülern der vierten bis neunten jahrgangsstufen gaben ein viertel an regelmäßig geschlagen oder getreten zu werden. dazu kommt, dass jeder 7. jugendliche sich als ausländerfeindlich einstuft, während sich 5,2% für rechtsextrem halten sowie 4,3% antisemitisch sind.

nicht überraschend scheint hier auch die regionale verteilung. von nord- nach mitteldeutschland nimmt die ausländerfeindlichkeit stark zu. 16,8% der befragten jugendlichen haben im letzten jahr mindestens 1 opfer-erfahrung gemacht, während 3,9 mindestens 5 oder aber mehr angriffe erlebt haben. die delikte, wie es die polizei sagt, reichen hier von einfacher körperverletzung über raub und erpressung bis hin zu mehrfacher und schwerer körperverletzung.

was viele jugendliche und kinder unter 14 jahren nicht wissen, ist, was die täglichen „bagatelldelikte“ auf dem schulhof und dem schulweg normalerweise für strafrechtliche konsequenzen hätten, wenn sie denn zur anzeige kämen. so ist das abrippen von gegenständen von mitschülern eben erpressung, räuberische erpressung oder raub.

das schlagen und treten von anderen mitschülern und menschen im allgemeinen bezeichnet man als (vorsätzliche) körperverletzung. weitere typische delikte sind (laden-)diebstahl, sachbeschädigung , beförderungserschleichung sowie bei älteren jugendlichen und heranwachsenden bis 21 jahre auch betrug, verstoß gegen das betäuungsmittelgesetz und verletzungen der straßenverkehrsordnung.

im jugendstrafrecht gibt es, wenn die taten denn zur anzeige gebracht werden auch genügend mittel. meist hemmt jedoch die angst vor den klassenkameraden, den mitschülern oder das bagatellisieren von eltern, lehrern und erziehern die strafverfolgung. die befragten schüler liegen in der altersspanne zwischen 9/10 (4.klasse) und 15/16 jahre in der 9. klasse.

gerade für die schüler der 4. bis 6. klasse greifen bei straftaten lediglich erziehungsmaßnahmen der kinder- und jugendhilfe. nicht selten müssen eltern diese hilfen zur erziehung auch einfordern und/oder erkennen, dass es ein problem gibt.

eine weitere schwierigkeit ist, dass trotz verschärfung des jugendschutzgesetzes die kontrollmechanismen mangelhaft bis gar nicht (flächendeckend) vorhanden sind. so ist der rauchende 4. klässler, der am morgen mit dem alkopops bewaffnete 13jährige oder die vermeintlich harmlose schubserei im park, welche dann aber mit dem abziehen einer jacke oder des handys endet, ein fast alltägliches erscheinungsbild.

und viele menschen halten das einfach aus. ob aus unkenntnis zur gesetzeslage oder aber aus angst – das wegsehen und tolerieren ist programm. die „täter“ werden immer jünger ohne zu wissen, dass sie wirklich täter sind, während sich die opfer meist nicht als opfer fühlen, da sie bereits ähnliche taten begangen haben und eher an vergeltung denken oder aber dem stress mit schulwechsel aus dem weg gehen. damit verlieren auch provokative überschriften, wie „gewalt an schulen nimmt zu“ nahezu an bedeutung.

denn „gewalt“ ist es nur, wenn alle anderen massiv gegen die taten vorgehen und die täter auch zu tätern machen anstatt zu beschwichtigen und wegzusehen. wichtig für eltern und lehrer ist in jedem fall sich mit den taten von kindern und jugendlichen auseinanderzusetzen und diese auch zu ahnden bzw. ahnden zu lassen.

bleiben sie immer im gespräch mit ihrem kind oder den schülern. hören sie immer gut zu und sehen sie hin. rekonstruieren sie vorgänge gemeinsam und fragen bzw. lesen sie genau nach. scheuen sie sich nicht um hilfe zu bitten und auch externe behörden, wie jugendamt oder/und polizei einzuschalten. gern stehen wir ihnen und ihrer familie zur seite.

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