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Streuobstwiesen – eine alte Tradition findet neue Fans

Feldblumen (c) familienfreund.de

(djd/pt).  Sie waren schon fast aus unserer Landschaft verschwunden, die vielen Streuobstwiesen mit ihren verschiedenen Obstsorten, Blumen und Gräsern. Derzeit erlebt diese naturnahe Bewirtschaftung ein Revival – zum Glück für Mensch und Umwelt.

Schutzzone für Blumen, Bienen und Co.

Streuobstwiesen gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert. Typisch sind hochstämmige, verstreut stehende Obstbäume wie Birne, Kirsche, Apfel und Pflaume, aber auch Walnüsse. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) etwa fördert ganz gezielt die Neuschaffung dieser kleinen Paradiese. Denn sie ermöglichen eine einzigartige Artenvielfalt und bieten mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum. Nicht zuletzt findet hier die gefährdete Honigbiene wieder ausreichend Nahrung.

Natur im Gleichgewicht

Streuobstwiesen werden kaum gedüngt, auch Pestizide kommen üblicherweise nicht zum Einsatz. Beste Voraussetzungen für ein natürliches Gleichgewicht. Nebeneinander können so unterschiedliche Wildblumen und -kräuter sowie Insekten, Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere existieren. Ganz nebenbei sind die Wiesen auch eine Art Arche Noah für alte Obstsorten. Mehr als 1.200 Apfel-, 1.000 Birnen-, 250 Kirsch- und 320 Zwetschgensorten sind bekannt und können vor dem Aussterben bewahrt werden.

Verlängerte Erntezeit

Anders als in Monokulturen reifen die Früchte auf der artenreichen Wiese vom frühen Sommer bis zum späten Herbst. Das macht die Ernte mühsam und zeitaufwändig. Manche Kommunen und Initiativen bitten regelmäßig um Hilfe beim Pflücken und Sammeln. Erleichtern können die Arbeit spezielle Auflesegeräte, die das Fallobst einsammeln, zum Beispiel der „Rollblitz“. Er wird an einem Stiel rückenschonend über den Boden geführt. Sein Drahtkorb liest dabei Obst ebenso auf wie Nüsse, Eicheln oder Kastanien – Infos unter www.rollblitz.de. Landesweit gibt es immer mehr erfolgreiche Ideen zur Vermarktung von Streuobst, etwa als Mehrfruchtsaft, Apfelsekt oder -essig. So wird eine alte Tradition plötzlich wieder ganz modern.

Naturschutz im eigenen Garten

Auch wer keine Wiese bewirtschaftet, kann die Artenvielfalt unterstützen.

  • Bei der Obstbaumpflanzung eine alte Sorte auswählen (in Baumschulen). Viele schmecken nicht nur köstlich, sondern tragen auch herrliche Namen wie „Pfannkuchenapfel“, „Stine Lohmann“ oder „Gute Luise“.
  • Ein „Insektenhotel“ bietet Nützlingen Schutz. Die Behausungen lassen sich leicht selbst bauen (Tipps etwa unter www.bund.net).
  • Wer Platz hat, tut den über 350 Wildbienenarten mit einer bunten Blumenwiese einen großen Gefallen. Mischungen mit geeigneten Pflanzen gibt es im Gartenmarkt.

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