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Studie ermittelt für das Leben im Alter großen Mehrwert durch Smart-Home-Technologien

Seniorin (c) Erich Westendarp / pixelio.de

In 100 Haushalten in Baden-Württemberg, in denen über 65-jährige Menschen alleine leben, erfassen Bewegungs- und Kontaktsensoren im Zusammenwirken mit intelligenten Stromzählern und einer Softwareplattform alltägliche Tätigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner, beispielsweise die Regelmäßigkeit des Schlafens. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird in dieser bisher einmaligen Feldstudie seit Mai 2011 mit freiwilligen Testpersonen erforscht, wie sich alters- oder behinderungsbedingte und gesundheitliche Einschränkungen auf die Aktivitäten von Menschen auswirken. Aufbauend auf den dabei gewonnenen Informationen entwickelt das FZI Forschungszentrum Informatik zusammen mit Partnern aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, u. a. dem DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz, neuartige Betreuungskonzepte, die Pflegedienstleistungen und technische Lösungen gestützt auf neueste Smart-Home-Technologien miteinander verbinden.

Durch die Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Alleinlebende mit gesundheitlichen Einschränkungen sich durch Smart-Home-Technologien sicherer fühlen und stärker in das gesellschaftliche Leben eingebunden sind. Angehörige können beruhigter sein, weil sie sich über das Wohlbefinden ihrer älteren Verwandten regelmäßig informieren lassen können. Pflegedienste können aufgrund der Informationen präventiv auf sich abzeichnende Gesundheitsveränderungen reagieren. In kritischen Situationen, angezeigt z. B. durch Inaktivität, alarmieren die intelligenten Technologien umgehend die Pflegedienste und Rettungskräfte.

Das Smart-Home-System beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen nicht, da es unaufdringlich in der Wohnung arbeitet. Der Nutzer muss dabei keine speziellen Geräte mit sich tragen, wodurch sich die Probanden bereits nach kurzer Zeit an die Anwesenheit der kleinen Helfer gewöhnt haben. „Ich nehme die Sensoren überhaupt nicht mehr wahr“, bestätigte eine der Testpersonen. Solange keine Kameras in ihrer Wohnung verteilt seien, fühle sie sich mit der neuen Technik wohl und sehr sicher.

20 der 100 Probanden werden nach dem Ende der Feldstudie im Oktober 2013 das in ihren Haushalten installierte Smart-Home-System „easierLife“ behalten. Es zeichnet Sensordaten auf, gleicht Befunde ab und steuert Meldeverfahren. Der DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz und die an der Studie beteiligten DRK Kreisverbände Baden-Baden, Müllheim und Säckingen sehen in den Projektergebnissen eine hervorragende Möglichkeit zur Ergänzung und zusätzlichen Verbesserung ihres bisherigen Hausnotrufsystems durch qualifizierte Informationen. Mit Unterstützung der Wissenschaftler aus dem FZI Living Lab smart-Home/AAL sollen die entwickelten Technologien in Verbindung mit Betreuungsleistungen in den Regeleinsatz gebracht werden. Die Ergebnisse der Feldstudie werden am 24. Oktober 2013 im Rahmen einer Projektabschlussveranstaltung am FZI geladenem Fachpublikum vorgestellt.

Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit.
Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert; Bereiche mit Anwendungsforschung für Medizinprodukte auch nach DIN EN ISO 13485:2010. Hauptsitz ist Karlsruhe. Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Über den DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz
Der DRK – Landesverband Badisches Rotes Kreuz ist mit seinen 16 Kreisverbänden und den 238 Ortsvereinen als Nationale Hilfsgesellschaft, als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und als Jugendverband tätig. Über 14.000 Menschen engagieren sich im Badischen Roten Kreuz ehrenamtlich.
In der Wohlfahrtspflege sind die Kreisverbände vorrangig in der Altenhilfe, der Gesundheitsförderung, der Familienbildung und der Migrationsarbeit tätig.
Über 8.000 Haushalte, vorwiegend ältere Menschen, nehmen die Dienstleistung des Hausnotrufes im Badischen Roten Kreuz in Anspruch, die ihnen einen Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht.

Weitere Informationen
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10–14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartnerin: Johanna Häs, FZI Corporate Communications and Media
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: haes@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de

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