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Trennkost – Und schon geht’s uns besser?

Ernährung | Sauerkraut mit Eisbein (c) familienfreund.de

Trennkost – Monddiät, Trennkost aus dem Wok oder fürs Büro – das Prinzip ist immer das Gleiche. Alle Trennkostvarianten versprechen, das Gewicht zu reduzieren. „Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Brot und Nudeln sind dafür getrennt von eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Fisch, Fleisch und Quark zu verzehren. Lebensmittel, die weder eiweiß- noch kohlenhydratreich sind wie Nüsse und Joghurt sind hingegen in jeder Kombination erlaubt“, erklärt Dr. Elke Arms. Die Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio ergänzt: „Weiterhin soll laut der Begründer der Diätform eine basenbetonte Ernährung mit viel Obst, Salat, Gemüse und wenig Fleisch der Übersäuerung des Körpers entgegenwirken und Krankheiten vermeiden.“

Vor- und Nachteile der Trennkost

Die Diätform verspricht eine langfristige Gewichtsabnahme, ohne die Kalorienzufuhr bewusst einzuschränken. Dies haben bereits zahlreiche Verbraucher verinnerlicht, wie eine repräsentative Umfrage (1) des Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios zeigt: Knapp 14 Prozent der Befragten ab 18 Jahre stimmen der Aussage zu, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nicht zusammen gegessen werden sollten, wenn man abnehmen möchte. „Zwar fordert die Trennkost keine reduzierte Energieaufnahme, doch sie führt meist zu einer kalorienreduzierten Ernährung. Denn die Anhänger der Diät beschäftigen sich vermehrt mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln und wählen dadurch bewusster Lebensmittel mit einem niedrigen Energiegehalt aus. Damit lässt sich der häufige Abnehmerfolg erklären“, so Dr. Elke Arms.

Allerdings ist es schwierig, im Alltag diese Diät umzusetzen, da die Mahlzeitenzusammensetzung sehr eingeschränkt ist. Auch wird nicht berücksichtigt, wie wichtig die Bewegung ist, um langfristig abzunehmen. Dies alles führt dazu, dass die Ernährung nicht dauerhaft umgestellt wird und das Gewicht sich nicht langfristig stabilisiert. Fachgesellschaften sehen daher die Trennkost nicht als sinnvolle Diät an. Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Deutschen Adipositas Gesellschaft ist diese Ernährungsweise nicht zur Gewichtsreduktion empfehlenswert. „Wer trotzdem nach diesem Prinzip abnehmen möchten, sollte sich vorher vom Arzt oder Ernährungsexperten beraten lassen, um Risiken zu vermeiden“, rät Dr. Elke Arms.

Haysche Trennkost: Warum Eiweiß und Kohlenhydrate trennen?

In Deutschland wurde das Diätkonzept durch den Arzt Dr. Heinrich Ludwig Walb bekannt. Begründer der Trennkost ist aber der amerikanische Arzt Dr. William Howard Hay. Er entwickelte das Konzept, als er an einer als unheilbar geltenden Nierenerkrankung litt. Durch die Umstellung seiner Ernährung auf Trennkost heilte er sich selbst. „Laut Hay gelangen die Kohlenhydrate teilweise unverdaut in den Dünndarm und vergären dort, wenn sie gemeinsam mit Eiweiß verzehrt werden“, so Dr. Elke Arms. Hay ging davon aus, dass Übergewicht und nahezu alle Krankheiten aufgrund einer Übersäuerung des Gewebes entstehen. Grund für die Übersäuerung sei die normale Mischkost, die seiner Meinung nach zu viel Eiweiß und Kohlenhydrate enthält. Ein Zuviel an beiden Nährstoffen führe zur Bildung von Säuren.

Tabelle mit säure- oder basenbildenden Lebensmitteln

Hay unterteilte daher Lebensmittel in säure- und basenbildend – je nachdem, ob aus ihnen im Körper Säuren oder Basen entstehen. Generell sind tierische Lebensmittel überwiegend säurebildend, pflanzliche bilden eher Basen.

Stark säurebildend:Fleisch, Wurst, Fisch, Eier, Käse, Süßwaren, Weißmehlprodukte, Alkohol, Kaffee
Schwach säurebildend:Quark, Sahne, Vollkornprodukte
Schwach basenbildend:Trockenobst, Rohmilch, Pilze
Stark basenbildend:Gemüse, Blattsalate, frisches Obst, Kartoffeln

Auf die Kombination kommt es an

Lebensmittel, die weder überwiegend eiweiß- noch kohlenhydrathaltig sind, bezeichnete Hay als neutral. Dazu zählen zum Beispiel Pflanzenöle, Butter, gesäuerte Milchprodukte wie Kefir und Joghurt, Nüsse sowie diverse Gewürze. Sie können sowohl mit eiweiß- als auch mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden. Um einer Übersäuerung vorzubeugen, soll sich nach der Hayschen Trennkost die aufgenommene Nahrung zu 80 Prozent aus basenbildenden und zu 20 Prozent aus säurebildenden Lebensmitteln zusammensetzen. Das bedeutet, täglich viel Gemüse und frisches Obst, wenig Fleisch, Fisch und Brot zu essen. Generell werden naturbelassene und gering verarbeitete Lebensmittel empfohlen.

Quelle: (1) Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.056 Männer und Frauen ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum: März 2014.

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