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und tschüß killerspiele & co

Faust, geballt (c) a. dreher / pixelio.de

jugendliche sind seit dem 1. juli noch besser geschützt. seitdem verbessert die geänderte fassung des jugendschutzgesetzes den schutz von kindern und jugendlichen vor medialen gewaltdarstellungen, insbesondere in gewaltverherrlichenden computerspielen. die sogenannten killerspiele sind für jugendliche unter 18 tabu. dazu wurde der katalog der schwer jugendgefährdenden trägermedien im hinblick auf gewaltdarstellungen erweitert bzw. präzisiert.

selbstjustiz und gemetzel sind jugendgefährdend

demnach sind „medien, in denen gewalthandlungen wie mord- und metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder selbstjustiz als einzig bewährtes mittel zur durchsetzung der vermeintlichen gerechtigkeit nahe gelegt wird“ als jugendgefährdend einzustufen. medien, die besonders realistisch sind und selbstzweckhafte gewalt grausam und reißerisch darstellen, gehören ab sofort auf den index. bundesfamilienministerin ursula von der leyen (cdu) betont, dass das gesetz verdeutlicht, dass diese art medien nicht in die hände von kindern und jugendlichen gehören.

darüber hinaus wurden die mindestgröße und die sichtbarkeit des alterskennzeichens der freiwilligen selbstkontrolle der filmwirtschaft (fsk) und der unterhaltungssoftware (usk) auf cds und dvds gesetzlich festgeschrieben. nach den neuen vorschriften müssen diese deutlich sichtbar auf der vorderseite der medien angebracht sein. oft seien diese in der vergangenheit nur mit einer lupe zu lesen gewesen, so von der leyen.

eckpunkte des jugendschutzgesetzes sind:

  • computerspiele und bildschirmspielgeräte müssen wie kino- und videofilme mit einer altersfreigabekennzeichnung versehen werden. diese bildträger dürfen nur an kinder und jugendliche abgegeben werden, die das gekennzeichnete alter haben.
  • die verbote für schwer jugendgefährdende medien, insbesondere die mit gewaltdarstellungen, wurden erweitert und verschärft. so sind auch ohne indizierung durch die bundesprüfstelle trägermedien (z.B. bücher, videos, cd, cd-rom, dv), die den krieg verherrlichen, die menschen in einer die menschenwürde verletzenden weise darstellen oder jugendliche in unnatürlicher, geschlechtsbetonter körperhaltung zeigen, mit weitreichenden abgabe-, vertriebs- und werbeverboten belegt.
  • die kompetenzen der bundesprüfstelle für jugendgefährdende medien wurden erweitert. sie kann neben allen herkömmlichen auch alle neuen medien – mit ausnahme des rundfunks – indizieren. des weiteren ist das indizierungsverfahren neu geregelt worden. die bundesprüfstelle kann auch ohne antrag auf anregung bestimmter stellen tätig werden, um zu gewährleisten, dass möglichst alle jugendgefährdenden angebote in die liste der bundesprüfstelle aufgenommen werden.
  • die gewerbliche abgabe von tabakwaren an kinder und jugendliche unter 18 jahren ist verboten. für zigarettenautomaten gilt eine übergangsfrist: sie müssen bis 31.12.2008 technisch so umgerüstet sein, dass kindern und jugendlichen unter 18 jahren die entnahme von zigaretten nicht möglich ist.
  • für tabak und alkohol darf in kinos erst nach 18 uhr geworben werden.

verstöße gegen das jugendschutzgesetz können als straftat oder als ordnungswidrigkeit mit einem bußgeld bis zu 50.000 euro geahndet werden. ebenfalls am 1. juli ist der jugendmedienschutz-staatsvertrag in kaft getreten. dieser führt das gesetz zum schutze der jugend in der öffentlichkeit und das gesetz über die verbreitung jugendgefährdender schriften und medieninhalte zu einem einheitlichen gesetz zusammen.

hier können sie die aktuelle fassung des jugendschutzgesetz (juschg) als pdf herunterladen.

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