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Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Schichtbetrieb

Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Beispiele von Unternehmen (c) demografienetzwerk-frm.de

Dieser Beitrag ist Teil 24 von 24 der Serie Demografienetzwerk Frankfurt Rhein Main

Wenn man in Wächtersbach in die Chatilloner Straße einbiegt umringt von einer Wiesen- und Parklandschaft des Kinzigtals fällt sofort das 1998 eröffnete und neu erbaute Altenwohnheim Marie-Juchacz-Haus – genannt nach der Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf. Derzeit bietet das Marie-Juchacz-Haus insgesamt 59 Wohnplätze, die sich auf Doppelzimmer, Einzelzimmer und Pflegeappartements verteilen. Das gesamte Haus ist nach den neuesten Erkenntnissen der Pflegewissenschaft für die verschiedenen Bedürfnisse der alten und pflegebedürftigen Menschen eingerichtet.

Geplant ist die sukzessive Erweiterung in den kommenden Jahren auf insgesamt 61 Pflegeplätze. Betritt man das Haus, spürt man gleich die gemütliche und familiäre Atmosphäre. „Das liegt vor allem an der offenen und zugänglichen Art des Personals, welches sich voll mit der Arbeit und dem Haus identifiziert“, erzählt Heimleiter Thorsten Unthan. Und damit es so bleibt, wird im Marie-Juchacz-Haus viel für die Beschäftigten getan. Verantwortlich dafür sind Pflegedienstleiterin Lucyna Maladyn-Bittner und ihre Kollegin Christel Lorbach.

„Gerade durch den Schichtbetrieb gibt es für die Mitarbeiter oft Probleme“, weiß Lucyna Maladyn- Bittner zu berichten, „viele Frauen haben Kinder und im ungünstigsten Fall einen Partner, der auch im Schichtbetrieb arbeitet.“ Seit Sommer 2011 ist die engagierte Frau in leitender Position und zuständig für die Schichtpläne. Sie weiß wovon sie redet, denn sie hat lange Zeit im Marie-Juchacz-Haus aktiv in der Pflege gearbeitet.

Lucyna Maladyn-Bittner nimmt sich Zeit für ihre Mitarbeitenden. Zeit für Kommunikation und vor allem für die Organisation der Arbeitszeiten. Jeder und jede hat zum Anfang des Monats die Möglichkeit sogenannte „Wunschzettel“ mit Prioritäten für seine Einsatzzeiten abzugeben. Bis zu 15 Stunden kann es dauern, bis die Wünsche auf die Dienstpläne übertragen sind. Sollte es im Einzelfall unmöglich sein, sucht Lucyna Maladyn-Bittner zuerst das Gespräch. „In einem Gespräch kann schon vieles geklärt werden“, betont sie.

Manchmal passiert es doch: die Interessen von Beschäftigten und Pflegeleitung kommen nicht zusammen. Dann greift die Pflegedienstleitung auf eine Pflegeagentur zurück. Schon lange arbeitet die Einrichtung mit einer Pflegeagentur in Biebergemünd vertrauensvoll zusammen. „Wir garantieren unseren pflegebedürftigen Menschen immer den gleichen Personalschlüssel, egal ob in den Ferien oder an Feiertagen“, berichtet Lucyna Maladyn-Bittner „da kann es ab und an zu Engpässen kommen.“ Diese werden mit der Agentur abgefangen. Auch hier achtet man, zum Wohle der pflegebedürftigen Menschen, auf Kontinuität beim Pflegepersonal.

Diese hohe Wertschätzung der Mitarbeitenden und das Achten auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie macht sich für das Marie-Juchacz- Haus bezahlt. Über die Hälfte des Pflegepersonals ist examiniert und die Fluktuation der Beschäftigten, gegen den Trend, sehr gering.

„Eine Kooperation der AWO mit Kindertagesstätten im Umkreis wäre schön“, schließt Thorsten Unthan das Gespräch ab. „Vielleicht ist es irgendwann möglich, die Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten an die Schichtzeiten anzugleichen. Damit wäre uns und unseren Mitarbeitenden sehr geholfen.“

Autorin: Ilona Frei, IHK-Forum Rhein-Main

AWO Kreisverband Main-Kinzig e.V., Marie-Juchacz-Haus

Chatilloner Straße 81

63607 Wächtersbach

www.awo-mkk.de

Ansprechpartner/in :

Thorsten Unthan, Geschäftsführer und Pflegeheimleiter

Lucyna Maladyn-Bittner, Pflegedienstleitung

Telefon 06053 809350-354

t.unthan@awo-mainkinzig.de

Branche: Altenpflegeheim

Belegschaft:

61 Mitarbeiter/innen, davon 95 Prozent Frauen und 5 Prozent Männer

28 Mitarbeiter/innen mit Kindern

70 Prozent Frauen in Führungspositionen

keine Männer in Elternzeit

Altersdurchschnitt 38 Jahre

Über das Entstehen und die Idee dieses Beispieles

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

In 25 Artikeln beschreiben die Interviewer/innen Maßnahme und Unternehmen. Fotos aus den Unternehmen ergänzen die Darstellung. Damit möchten die Industrie- und Handelskammern der Region und der Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FRM einen Beitrag dafür leisten, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Menschen und Unternehmen leichter gelingt. So könnte die Erwerbstätigenquote von Frauen erhöht, mehr Frauen in Führungspositionen gebracht und für Väter Familienzeit gewonnen werden – und nicht zuletzt den Unternehmen erleichtert werden, ihre Fachkräfte zu finden und zu binden.

* Hinweis: Es handelt sich bei der Wiedergabe des Beitrages um ein wörtliches Zitat. Lediglich zu Zwecken der Lesbarkeit wurden  Formatierungen vorgenommen. Die Rechte des Beitrages liegen weiterhin beim Autor bzw. dem Demografienetzwerk. Der vollständige Download der Broschüre ist kostenlos möglich.

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Broschürenempfehlung: Fachkräfte sichern – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Für kleine und mittlere Unternehmen kommen verschiedene Maßnahmen infrage, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. In dieser Broschüre werden die familienfreundlichen Maßnahmen, von der Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen bis hin zur aktiven Gestaltung der familienbedingten Auszeit, ihren Kosten und Nutzen gegenübergestellt.

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