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familienkolumne: lernen in stückchen als erfolgsgarant

Mathematik (c) claudia hautumm / pixelio.de

ein lernweg, der selten beachtet wird, ist das „lernen in stückchen“. jeder mensch erlebt ihn – beim unschooling entpuppt er sich als ein äußerst wichtiger bestandteil des sich-bildens. ohne in die details zu gehen, wird nur eine kurze frage beantwortet oder ein fakt gelernt: im supermarkt ist die milch teurer geworden.

in den nachrichten wurde im nebensatz erklärt, welcher partei eine bestimmte politikerin angehört. „pluto zählt nicht mehr zu den planeten“, heißt es im radio. die korrekte schreibweise von „nämlich“ ist ohne h, sagt eine freundin. so sammeln sich zum teil lose puzzelteile, die mit bereits vorhandenen puzzelteilen zusammen gefügt werden. zuweilen werfen solche stückchen sofort weitere fragen auf, die der lernende erforscht.

oder sie sammeln sich anfangs langsam, und erst wenn ein größeres puzzle mit lücken entstanden ist, werden auch diese lücken interessant und als fragestellung formuliert. manchmal werden die vereinzelten puzzleteile nie oder erst jahre später mit anderen zusammen gefügt – vielleicht gehen sie auch einfach verloren, weil sie nach einer zeit nicht mehr wertvoll sind. angenommen, die stückchen haben lust auf mehr geweckt, befasst sich der lernende automatisch intensiver mit dem thema: warum zählt pluto eigentlich nicht mehr zu den planeten? was sind planeten? warum war es wichtig, das neu zu definieren? wozu zählt pluto jetzt?

der eigene lernweg

freilich, nicht alle unschooler werden die selbe basis und das selbe wissen haben, wie es der klassischen schule vorschwebt. es geht vielmehr darum, werkzeuge zur wissensaneignung kennen zu lernen und effektiv stets nur das zu lernen, was tatsächlich fürs leben relevant ist. diese art zu lernen, garantiert den erhalt der neugier und der lust am lernen: die besten voraussetzungen, niemals den weg zu scheuen, sich bei einer auftauchenden „wissenslücke“ an die materie zu machen und ebendiese zu schließen.

da der lernende je nach wesen für manche dinge mehr, für manche weniger interesse hat, wird er sich unterschiedlich stark für die stückchen interessieren, die das leben ihm bietet. freilerner können sich einer menge möglichkeiten bedienen: zunächst fragen sie vielleicht jemanden, oder recherchieren in der bücherei oder im internet.

wird es interessanter, entstehen daraus projekte (z.b. ein ausflug ins planetarium), um weiterführend fragen klären zu können. die lernenden befassen sich dann unterschiedlich lang und intensiv mit den themen, die sie begeistern – eben immer nur so lange, wie sie es für die befriedigung ihrer neugier benötigen oder bis sie die angestrebte fertigkeit erlangt haben. erfahrungsberichten zu folge ist eine intensivere beschäftigung mit komplexen themen erst bei größeren kindern ab etwa zehn jahren zu beobachten. davor tendieren sie dazu, alles sehr verstreut auszuprobieren und nur „stichproben“ unserer welt zu nehmen, antworten auf kurze fragen zu bekommen – um sich dann den nächsten interessanten dingen zu widmen.

sie verschaffen sich so zunächst einen überblick darüber, was es alles gibt. haben sie sich ein für sie ausreichendes bild gemacht, setzen sie sich intensiver mit bestimmten „lerninhalten“ auseinander. lesen, schreiben und grundrechenarten werden meist früh gelernt, da diese techniken sehr nützliche werkzeuge sind, um zahlreiche ziele zu erreichen.

quelle: unerzogen magazin ausgabe 2/2008 – mit freundlicher unterstützung von sören kirschner und dem tologo verlag

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