Facebook Zaehlpixel
0341-355408-12 info@familienfreund.de

Warum ich meine Organe spenden werden

Zimmer in einem Krankenhaus (c) corgaasbeek / pixabay.de

Organspende ist ein vielschichtiges und komplexes Thema. Viele Menschen können sich nur bedingt nähern bzw. unvoreingenommen darüber nachdenken, ob sie im Fall ihres Todes die Organe spenden würden. Auch in Deutschland gab es schon erschütternde Organspendeskandale. Die Bereitschaft Organe zu spenden, ist trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen seit 2012 immer weiter gesunken. Am ersten Wochenende im Juni jährt sich wieder einmal deutschlandweit der Tag der Organspende. Viele Institutionen, Patientenvertretungen aber auch Betroffene selbst rücken das Thema Organspende für Kurze Zeit in den Mittelpunkt. Die zentrale Großveranstaltung findet in diesem Jahr auf dem Domplatz in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt statt.

Es geht um Aufklärung und Sensibilisierung

Ob man Organe spenden will oder nicht, ist für mich nicht der Beginn der Diskussion. Viel mehr muss man darüber nachdenken, was eine Organspende bedeutet bzw. beinhaltet und was man überhaupt alles spenden kann bzw. auch dringend benötigt wird. Meine Organe erhalten mich am Leben. Sie sind Teil meines Körpers. Ohne meine Organe würden Teile meines Körpers oder mein Körper selbst nicht mehr richtig funktionieren. Medizinischer Fortschritt sorgt in unserem Jahrhundert dafür, dass Menschen bedingt durch Hilfsmittel, wie z.B. die Dialyse auch ohne funktionierende Nieren noch lange weiterleben können. Trotzdem bedeutet ein nicht mehr gut funktionierender Körper langfristig eine eingeschränktere bzw. schlechtere Lebensqualität. Die Liste der Patienten, die in Deutschland auf ein passendes Organ warten, ist lang. Und es warten Patienten jedes Alters auf passende Organe. Über Organspende an sich und den Nutzen für die anderen habe ich schon im Jugendalter nachgedacht und mich dafür entschieden.

Was kann ich spenden?

Aus freien Stücken möchte ich meine Organe spenden, weil ich diese nach meinem Tod nicht mehr benötige und sie anderen womöglich helfen wieder ein selbstbestimmteres freieres Leben zu führen. Dabei ist es mir persönlich unwichtig, wer nach meinem Tod meine Organe bekommt oder, ob ich zum Zeitpunkt meines Todes als Organspender aus medizinischer Sicht in Frage komme. Diese Entscheidungen entziehen sich aus meiner Sicht meiner Mitwirkungsfähigkeit. Was ich als Mensch überhaupt spenden kann, war für mich mit die wichtigste Frage, die ich bei meiner Entscheidung zur Organspende abgeklärt habe. Eines vorweg: In der Regel kann man nur nach dem eigenem Tod Organe spenden. Das regelt das Transplantationsgesetz (TPG) und der Tod muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer eindeutig festgestellt worden sein. Organe spenden kann man nur, wenn keine medizinischen Ausschlussgründe zur Organspende bezüglich der Organfunktion oder der Gefährdung des Empfängers durch übertragbare Krankheiten vorliegen.

Nach dem Tod kann man folgende Organ- und Gewebespende leisten:

  • Organe: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm
  • Gewebe: Horn- und Lederhaut der Augen, Herzklappen, Haut, Blutgefäße, Knochen-, Knorpel- und Weichteilgewebe sowie Gewebe, die aus Bauchspeicheldrüse oder Leber gewonnen werden

Noch schwieriger als die Organspende nach dem Tod ist die Lebendspende. Denn natürlich kann man z.B. eine Niere oder einen Teil seiner Leber auch schon zu Lebzeiten spenden. Hier sind aber die Bestimmungen zum Schutz von Spender und Empfänger noch viel höher als bei der postmortalen Spende.

Warum ich einen Organspendeausweis habe

Nun habe ich für mich entschieden, dass ich meine Bereitschaft zur Organspende offen vor allem im Familien- und Freundeskreis bekunde aber andere entscheiden lasse, welchen Teil meiner Organe für eine mögliche Transplantation bei einem anderen Menschen in Frage kommen würde. Ärzte sollen das bitte, wenn der Fall eintritt, medizinisch fachlich beurteilen. Da ich meinen Angehörigen aber die Entscheidung meine Organe nach dem Tod zu spenden, erleichtern möchte, habe ich einen Organspendeausweis. Denn hat man keinen müssen nach Transplantationsgesetz die Angehörigen eine Entscheidung treffen, die der des Verstorbenen zu Lebzeiten nahe kommt. Eine große Verantwortung, der sich längst nicht alle gewachsen fühlen.

Wer informiert und berät mich zu Organspende?

Die Krankenkassen und auch die privaten Krankenversicherungen haben die gesetzliche Pflicht Ihre Mitglieder regelmäßig zur Organspende zu informieren. Organspendeausweise bekommt man natürlich auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder/und bei Kliniken und Ärzten. Beraten zum für und wieder rund um die Organspende kann die Deutsche Stiftung Organtransplantation sowie natürlich alle niedergelassenen Ärzte, Fachärzte und Kliniken sowie Ärztekammer und alle relevanten Fachverbände. Die eigene Krankenkasse und Krankenversicherung ist natürlich generell der erste Ansprechpartner, der auch vermitteln kann. Eine wichtige Anlaufstelle, auch für Gesetzesänderungen, ist das Bundesministerium für Gesundheit.

Betreute Mitarbeiter im Rahmen des Familienservice unterstützen wir gern mit weiteren Informationen und Ansprechpartnern. Für alle KMU, die gern von unserem Fachkräfteservice profitieren wollen, haben wir hier die weiteren Informationen zusammengestellt.

Hat Ihnen der Beitrag geholfen? Behalten Sie ihn nicht für sich !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.