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wir brauchen mehr sozialarbeiter

Mutter mit Kleinkind auf dem Arm (c) fancycrave1 / pixabay.de

wieland kiess, der direktor der leipziger uni-kinderklinik, wirft der sächsischen staatsregierung mangelndes engagement beim schutz kleiner kinder vor misshandlungen vor und fordert mehr sozialarbeiter. aus einer erst kürzlich fertiggestellten doktorarbeit geht hervor, dass vor allem kinder von sehr jungen, alleinstehenden müttern gefährdet seien. diese menschen müssen frühzeitig aufgesucht und betreut werden. aber dazu reicht das derzeitig vorhandene personal bei weitem nicht aus. ein großer fehler, sei es gewesen, so kiess, nach der wende 1990 das system der gemeindeschwestern abzuschaffen.

statt gemeindeschwestern mehr sozialarbeiter

mehr sozialarbeiter könnten diese jungen mütter bereits während der schwangerschaft betreuen. so ließen sich mögliche risiken frühzeitig feststellen und man könnte vorbeugend eingreifen. so ein handeln hat auch nichts mit einem überwachungssstaat zu tun, aber es sei doch besser frühzeitig einzugreifen und zu helfen, als zu warten, „bis das kind totgeschlagen ist vor lauter freiheit“, stellte kiess fest. laut kiess wurden in der uni-kinderklinik in den vergangenen fünf jahren 59 mädchen und jungen mit schwersten misshandlungen eingeliefert. das entspricht etwa einem misshandelten kind pro monat.

kindesmisshandlung verhindern

damit fälle von kindesmisshandlungen früh erkannt und gemeldet werden können, haben die kinderärzte jetzt einen neuen leitfaden zur früherkennung von gewalt gegen kinder zur verfügung. misshandlungen beginnen häufig schon im säuglingsalter. allerdings ist es schwierig sie zu erkennen. selten sind sie offensichtlich und es fehlen die beweise. so steigt die unsicherheit bei den kinderärzten, wie sie auf verdächtige anzeichen reagieren sollen.

der neue leitfaden hilft ärzten kinder besser schützen. er ist eine art checkliste, um mögliche misshandlungen schneller als solche einstufen zu können und bei einem entsprechenden verdacht erfahrene fachleute und institutionen einzubeziehen. denn meist geschieht dies zu spät, da sich die ärzte unsicher sind und teilweise nicht wissen, ab wann sie nicht mehr an die ärztliche schweigepflicht gebunden sind.

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