das thema berufsvorbereitung und bildung ist heiß debattiert. immerhin gilt es 3 parteien unter einen hut zu bringen - schüler, lehrerInnen und unternehmen. gerade letztere
beschweren sich immer öfter über die qualität der schulausbildung und die mangelnden kompetenzen der zukünftigen lehrlinge. ob rechnen, ausdruck, schrift oder allgemeinbildung - grund zur kritik gibt es reichlich. oft fehlt dem jugendlichen dann auch noch die motivation. dazu kommen gesellschaftliche tendenzen, wie demografischer wandel und der damit verbundene fachkräftemangel. gerade in technischen berufen ist längst land unter.
große und kleine unternehmen ringen um das kostbare saatgut, wollen brücken schlagen und in berufsvorbereitenden projekten und allianzen mit schulen und vor allen den lehrern. und das ist gar nicht so einfach, wie günther meyer, ausbilder bei airbus in hamburg weiß. "die bewerberzahlen gingen zurück, und nur wenige jugendliche wählten mathe als leistungskurs in der schule, sagt meyer."
um die plätze zu sichern bietet airbus ein programm an, welches es den lehrern ermöglicht an einem betriebspraktikum teilzunehmen und sich anzuschauen, welche kompetenzen es braucht einen airbus zusammenzubauen. neben diesem blick in die praxis gibt es auch den einblick in die personalabteilung. innerhalb von 7 tagen erfahren die lehrerInnen auch, wie das recruiting der zukünftigen bewerber vor sich geht. leider ist die resonanz recht dürftig.
pro jahr hospitieren nur sechs lehrer - insgesamt nahmen bislang 50 lehrkräfte an der aktion teil. „wichtig ist mir, dass die lehrer den schülern ihre eindrücke aus der arbeitswelt und die anforderungen der betriebe vermitteln, um sie auf das berufsleben vorzubereiten“, sagt günther meyer.
das projekt ist bestandteil des projektes "innenansichten" der ihk hamburg, welches schon 13 jahre einblicke liefert. insgesamt schauten sich bereits 800 pädagogen in hamburger unternehmen um. und es könnte mehr sein.
die wirtschaft stellt in hamburg 2009 200 plätze für lehrerpraktika in unternehmen zur verfügung. in einem jahr melden sich jedoch höchstens 80 lehrer. die liste der industrie- und handelskammern (ihk), die lehrerpraktika vermitteln, ist lang. „das angebot der wirtschaft ist seit jahren größer als die nachfrage in den lehrerkollegien“, sagt berit heintz, bildungsreferentin beim deutschen industrie- und handelskammertag.
so gibt es auch bundesländer in denen es keine lehrerpraktika in unternehmen geben kann. und das vor allem wegen reichlich erforderlicher bürokratie. wenn das praktikum im unternehmen nicht als fortbildung vom dienstherrn angerechnet wird. „das land hessen macht betriebspraktika als fortbildung für lehrer regelrecht unattraktiv. damit die lehrer ihr praktikum als fortbildung anerkannt bekämen, müssten sich die unternehmen erst mal beim kultusministerium akkreditieren“, sagt hanna kind von der ihk in hessen.
in der stadt leipzig gibt es dagegen die woche der offenen unternehmen. hier ist es genau umgekehrt. die schüler sind aufgefordert ins unternehmen zu kommen und sich informieren. leider ist auch hier die resonanz eher mäßig. für 2009 gab es als teilnahmeanreiz auch noch den fahrschein für die fahrt. nur wohin soll das aber führen?
veröffentlicht: root -- Dienstag, 14. April 2009; 13:13:33 Uhr