haben sie auch aufmerksam den bildungsgipfel verfolgt, an den sie hohe erwartungen geknüpft hatten. sehen sie ihre wünsche als erfüllt oder sind sie vom ergebnis eher enttäuscht? oder wurde mit dem bildungsgipfel einfach mal wieder viel lärm um nichts gemacht?
die ergebnisse des gipfels sind auf zum teil scharfe kritik gestossen, denn konkrete vereinbarungen und finanzierungszusagen sucht man vergebens. zu großen teilen besteht das gipfelpapier aus einer losen sammlung vager zielformulierungen und politischer absichtserklärungen. "als tiger gestartet, als bettvorleger gelandet - dieser bildungsgipfel bleibt am ende eine herbe enttäuschung", kommentiert die bundesvorsitzende der spd-arbeitsgemeinschaft für bildung, eva-maria stange.
als wesentliches ziel des bildungsgipfels wurde die erhöhung der ausgaben für bildung und forschung bis 2015 auf zehn prozent des bruttoinlandsprodukts beschlossen. ferner wurde vereinbart, den bund-länder-hochschulpakt zur schaffung zusätzlicher studienplätze und zur verbesserung der hochschulforschung über 2012 hinaus bis 2020 zu verlängern. ausserdem wurden sprachkurse für migrantenkinder und benachteiligte jugendliche, verbindliche sprachtests vor der einschulung, die halbierung der abbrecherzahlen in schule und lehre durch mehr vorbeugende hilfen sowie nachträgliche bildungschancen für arbeitslose beschlossen.
konkret geht es darum, die mittel für den bildungsbereich von derzeit 6,2 auf sieben Prozent aufzustocken. weitere drei prozent sollen in die forschung fliessen. insgesamt müssen so jährlich zwischen 25 und 60 milliarden euro mehrausgaben aufgewendet werden. da es sich bei dem gipfel um einen bildungs- und nicht um einen finanzgipfel handelte, bleibt die frage nach der finanzierung wohl noch eine weile im raum stehen.
"wenn deutschland zur bildungsrepublik werden soll, wie dies die kanzlerin proklamierte, dann steht vor allem die frage der umsetzung der anzugehenden ziele im blickpunkt. und es stellt sich die frage, wie realistisch durchschlagende veränderungen auf der basis dieser gipfel-wege sind", erklärt prof. dr. reinhold s. jäger vom zentrum für empirische pädagogische forschung (zepf) der universität koblenz-landau.
bringt uns der bildungsgipfel tatsächlich einen schritt näher an das ziel heran, eine "bildungsrepublik" zu werden? wie ist ihre meinung zu den resultaten des gipfels und die daraus resultierenden aktivitäten?
interessierte sind aufgerufen an der blitzumfrage des bildungsbarometers teilzunehmen. die adresse der online-befragung lautet: http://biba-blitzlicht.bildungsbarometer.de die befragung wird etwa fünf bis acht minuten ihrer zeit in anspruch nehmen.
die ergebnisse der befragung werden noch in dieser woche bekannt gegeben. die ergebnisse der vorangegangenen befragungen können sie unter http://www.vep-landau.de/Bildungsbarometer.htm nachlesen.
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veröffentlicht: Antje K. -- Montag, 27. Oktober 2008; 15:12:11 Uhr