(dtd). wird mein kind gesund auf die welt kommen? diese frage beschäftigt werdende mütter und väter meist mehr als alles andere. und sie lässt sich inzwischen dank der so genannten pränataldiagnostik auf verschiedene weise beantworten. dabei handelt es sich um medizinische untersuchungen während der schwangerschaft, die zur allgemeinen vorsorge hinzu kommen, und mittels derer man beispielsweise eine trisomie 21 (das so genannte down-syndrom, eine chromosomenstörung) erkennen kann. sind in einer familie erbkrankheiten bekannt, kommt zum teil auch die krankenkasse für die kosten auf. neben zusätzlichen ultraschall- und blutuntersuchungen zählt zur pränataldiagnostik etwa die fruchtwasseruntersuchung, auch amniozentese genannt. dabei wird durch die bauchdecke der schwangeren etwas fruchtwasser entnommen, das in mehreren tests im labor unter die lupe genommen wird. so können mögliche schädigungen des fötus festgestellt werden. zum gleichen zweck kann der arzt auch zellen aus dem gewebe des mutterkuchens bei einer so genannten chorionzottenbiopsie untersuchen. bis die endgültigen ergebnisse vorliegen, vergehen in der regel zwei bis drei wochen.
ein viel diskutiertes verfahren der diagnostik vor der geburt, ja sogar vor der entstehung einer schwangerschaft ist die präimplantationsdiagnostik (pid): bei der pid handelt es sich um eine untersuchung von embryonen, die im reagenzglas erzeugt wurden - solche tests können hinweise auf bestimmte krankheiten geben. in der folge wird entschieden, ob der jeweilige embryo in die gebärmutter eingepflanzt wird oder nicht. in nachbarländern wie etwas belgien ist pid erlaubt, in deutschland hingegen war sie bis zum sommer 2011 verboten. nach langem ringen entschied sich der bundestag vor kurzem für eine gesetzliche neuregelung, die auch zu einer änderung des embryonenschutzgesetzes führte. die pid ist demnach in zwei situationen nicht rechtswidrig: sie kann angewandt werden, wenn eine hohe wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende erbkrankheit besteht, oder wenn die ärzte damit rechnen, dass der embryo so stark geschädigt ist, dass eine tot- oder fehlgeburt droht. wenn sich die werdenden eltern aufgrund der ergebnisse, die sie durch die verfahren der pränatal- oder präimplantationsdiagnostik erhalten, für eine abtreibung entscheiden, sollten sie nicht nur medizinischen, sondern auch psychologischen rat suchen.
das foto fachgespräch unter zwei werdenden mamas wurde uns von schwangerschaft.at zur verfügung gestellt.
veröffentlicht: Familienservice Familienfreund KG -- Montag, 21. November 2011; 14:53:29 Uhr