kinderfilmfestival „lucas“ startet im neuen frankfurter filmmuseum das 34. internationale kinderfilmfestival „lucas“ zieht vom 4. bis 11. september nicht nur frankfurter kinder in seinen bann. 46 kinderfilm-produktionen aus 22 ländern sind zu sehen, davon treten neun lang- und vierzehn kurzfilme im wettbewerb an. organisiert wird das kinderfilmfest vom deutschen filminstitut.
frankfurt am main (pia) „lucas“ ist das erste festival, das seinen platz im neu eröffneten frankfurter filmmuseum findet. „lucas – das ist keine abkürzung, sondern „nur“ ein vorname und soll an die hauptpersonen des festes erinnern: die kinder. in diesem jahr können die sich auf drei weltpremieren freuen. das filmmuseum wird, rund drei wochen nach seiner neueröffnung, zum klein-hollywood. im seinem kinosaal werden die meisten filme des festivals gezeigt, zusätzlich gibt es noch vormittagsvorführungen für schulklassen im cinestar metropolis. das „lucas“ ist zu einem bekannten und für produzenten und schauspieler wichtigen filmfestival geworden. von den insgesamt sechs auszeichnungen des festivals in diesem jahr werden vier von einer jury aus vier kindern und vier erwachsenen vergeben: der mit 7.500 euro dotierten hauptpreis im langfilm-wettbewerb sowie der preis für den besten kurzfilm und der preis für den besten animationskurzfilm.
jurykinder setzen sich durch
welche vier kinder in die jury dürfen, wird immer im frühjahr vor dem nächsten festival entschieden. bewerben können sich die kleinen filmkritiker der zukunft allerdings schon während des festivals und später über die webseite der veranstaltung. wer in die engere wahl kommen will, muss zwischen 10 und 13 jahren alt sein und sich bereits bei seiner bewerbung beweisen, wie petra stalbus vom lucas-team erklärt: „jedes kind muss eine filmkritik über seinen lieblingsfilm verfassen. anhand dessen treffen wir eine vorauswahl und laden 15 kinder noch mal zur endauswahl ein.“ diese runde ist besonders wichtig, denn die kinder müssen dabei nicht nur zwei kurzfilme schauen und bewerten, sondern ihre meinung auch gegenüber erwachsenen vertreten – wie später mit der vierköpfigen erwachsenenjury. „das ist für die kinder wie ein vollwertiger arbeitstag – ein grundschüler kommt da schnell an seine grenzen. außerdem müssen die kinder ihre meinung gut vertreten könn en.“ die parole der kinder, die zur festivaljury gewählt werden sei daher: „von den erwachsenen lassen wir und gar nichts sagen.“ das ist auch genau die richtige einstellung – schließlich bewerten kinder und erwachsene die filme als gleichberechtigte jurymitglieder. in diesem jahr besteht die kinderjury aus tim (12), sahra (10), dominik (10) und nele (13).
kinder werden filmstars
wer nicht in der jury sitzt und keinen film schaut, kann gleich selbst einen kleinen trickfilm oder einen so genannten „legetrick“ drehen. im „aktivbereich“ bekommen die kinder ein wenig medienkompetenz vermittelt – und das nicht etwa in langen vorträgen, sondern beim drehen eigener filme und bei workshops. die trickboxx des medienpartners ki.ka bietet die möglichkeit, mit einfachen methoden einen kleinen trickfilm herzustellen, ebenso das „legetrick“-angebot des lucas-teams. im gegensatz zu den kleinen zeichenfiguren, die die hauptrolle der filme aus der trickboxx übernehmen, sind die darsteller beim legetrick-film lebensgroß.
kurzfilme, panorama und premieren
beim diesjährigen lucas-festival gibt es gleich drei premieren zu sehen: die weltpremiere der deutschen neuverfilmung des kinderbuchklassikers tom sawyer von mark twain mit heike makatsch, benno fürmann und joachim król. ebenfalls aus deutschland stammt der film „gekidnapped“ und der zeichentrickfilm „frosch, hase und das rote telefon“, der sich besonders an die kleinsten im publikum richtet. viele der filme stammen allerdings nicht aus deutschland, sondern sind im original auf englisch, schwedisch oder auch koreanisch. diese streifen werden nicht im voraus synchronisiert, sondern von professionellen radiosprechern live im kinosaal eingesprochen. die thematischen schwerpunkte liegen in diesem jahr bei filmen über „starke mädchen“ und bei eigentlich schwerer kost wie krankheit, abschied und trennung. „dabei begegnen sie den kindern aber auf augenhöhe. es ist toll zu sehen, wie andere kulturen mit diesen themen umgehen. in deutschland sind krankheit und tod oft ein tabu – in anderen ländern wird da meist offener mit umgegangen“, zeigt sich petra stalbus begeistert.
quelle: "stadt frankfurt am main, presse- und informationsamt"
veröffentlicht: Familienservice Familienfreund KG -- Montag, 05. September 2011; 12:30:24 Uhr