für die deutsche wirtschaft erwartet die europäische kommission für das nächste jahr eine stagnation und senkte ihre konjunkturprognose drastisch auf 0,0 prozent.
im frühjahr ging die kommission noch von einem wirtschaftswachstum von 1,5 prozent aus. nunmehr ist sie der meinung, dass sich die lage zu einer "ausgemachten rezession" verschlimmern könnte. und das vorallem dann, wenn die banken ihre kreditvergabe noch stärker einschränken würden.
aber nicht nur deutschland ist betroffen. auch in den anderen beiden großen volkswirtschaften des euro-raumes droht im nächsten jahr eine stagnation. eu-wirtschaftskommissar joaquin almunia erklärte, dass die wirtschaft seit dem herbst unter der stark zugespitzten finanzkrise leide und das vertrauen der unternehmer und verbraucher geschwächt sei.
für das darauffolgende jahr 2010 rechnet die kommission bereits mit einer erholung, weist aber im gleichen atemzug auf die große unsicherheit dieser einschätzung hin. "der finanzierungsstress könnte noch intensiver werden, länger dauern oder eine stärkere auswirkung auf die realwirtschaft haben.“
als folge des starken abschwungs wird die inflationsrate in der euro-zone erheblich zurückgehen. im nächsten jahr soll sich die jahressteuerung mit 2,2 prozent wieder der zielmarke der europäischen zentralbank nähern, welche mittelfristig stabile preise bei einer rate von knapp unter zwei prozent gewährleistet sieht. bei der arbeitslosenquote für den europäischen raum rechnet die kommission mit einem anstieg um fast einen prozentpunkt auf 8,4 prozent. mit dem erlahmen der wirtschaft ist ausserdem mit einer deutlich steigenden staatlichen neuverschuldung zu rechnen.
veröffentlicht: Antje K. -- Montag, 03. November 2008; 12:26:15 Uhr