in allen berufen stehen fort- und weiterbildungen auf den plan. und das ist gut so. ständige entwicklung und die chance zu jeder zeit noch mal anders auf das eigene berufsbild zu blicken
ist letztlich auch für die kunden eine bereicherung. alles steht und fällt jedoch meist mit der qualität des gewählten fortbildungsangebotes. die kombination aus präsentation, beamer und workshops ist gerade bei fachtagungen sehr beliebt. leider kommt oft die praxis und der austausch unter den teilnehmern zu kurz.
im erbacher hof in mainz fand vergangene woche die fachtagung für betreuungsgerichte statt, die vom rheinland-pfälzischen landesamt für soziales, jugend und versorgung und dem justizministerium durchgeführt wurde. soweit so gut. ein spannender vortrag über den neusten stand zur forschung in bezug auf die wirkung von freiheitsentziehenden maßnahmen hielt die bekannte referentin und autorin prof. dr. med. doris bredhauer. mitten im vortrag bestand für die teilnehmenden betreuungsrichter und betreuungsrichterinnen sowie rechtspfleger und rechtspflegerinnen die möglichkeit hautnah zwangsmaßnahmen mitzuerleben. mit einem bauchgurt ließen sich freiwillige an ein pflegebett fesseln. klar simuliert das nur ansatzweise den realen ablauf einer zwangsmaßnahme, da diese sicher meist unter heftiger gegenwehr des betroffenen durchgeführt wird.
zumindest ist das nicht mehr wegkommen nach dem fixieren schon ein guter grund auf freiheitsentziehende maßnahmen zu verzichten und durch den einsatz von alternativen ein menschwürdigeres leben zu ermöglichen. alle beteiligten waren sichtlich gerührt und betroffen. den wichtigsten grund für die anordnung von zwangsmaßnahmen, nämlich der schutz der betroffenen und die bessere gesundheitliche versorgung werden jedoch niemals erreicht. laut den forschungsergebnissen verschlechtern zwangsmaßnahmen den gesundheitszustand erheblich.
das glück dieser fachtagung besteht zweifelsohne in der kombination aus praxis und theorie. auch in leipzig gibt es mittlerweile ein training, welches es führungskräften aus den unterschiedlichen bereichen ermöglicht praktisch einblick in andere segmente zu erhaschen. neben diesem praxisbezug steht auch der wunsch nach besserer verzahnung im vordergrund. leicht fällt es dem anderen, wenn er weiß, wie sein tun in die abläufe eingreift, den fluss behindert oder aber befruchtet. unbezahlbar dann der erfolg für die vernetzung und die teilnehmende institution. neugierig? dann mailen sie uns und fragen sie nach! wir nennen ihnen gern inhalte, termine und ansprechpartner.
veröffentlicht: root -- Sonntag, 14. Dezember 2008; 22:39:11 Uhr