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Kita-System – Stadt will hohe Sicherheit Diesen Text vorlesen lassen

Familienfreund KG bietet bereits Service im Internet / Rathaus setzt aber auf eigene Plattform


Wo ist ein Kindergarten- oder Krippenplatz in Leipzig frei? Diese Frage wird im Internet bereits beantwortet. Die Firma Familienfreund KG unterhält eine Plattform samt Kitaplatz-Service, in die sich jeder problemlos einklicken kann, wenn es um Familien unterstützende Angebote geht. Sie kooperiert nach eigenen Angaben mit 200 Partnern. Selbst das Jugendamt publiziert regelmäßig die aktuelle Belegungsstatistik im Netz. Etliche LVZ-Leser verstehen daher nicht, warum die Stadt diese Plattform nicht gleich für ihr geplantes Kita-Buchungssystem verwendet. Das verzögert sich um ein halbes Jahr, geht wahrscheinlich im Juli 2008 ans Netz, weil die stadteigene Lecos GmbH noch nicht alle technischen Probleme gelöst hat (die LVZ berichtete (Sie haben keine Berechtigung zum Herunterladen.)).

„Wir haben der Stadt eine Zusammenarbeit angeboten“, sagt Thomas Kujawa von der Familienfreund KG auf Nachfrage. „Unser System ist fertig und kann binnen weniger Wochen mit einem Buchungssystem, wie es in Hotels üblich ist, gekoppelt werden.“ Offenbar sei dies aber nicht gewollt. Interessenten, die kein Internet haben, könnten sich bei der Firma auch telefonisch Auskunft holen. Im Jugendamt wird dieser Service gelobt: „Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Bei Familienfreund geht es um Statistiken, die relativ schnell veralten können“, so Abteilungsleiter Thomas Schmidt vom Jugendamt. „Wir entwickeln ein möglichst transparentes System, auf das alle Zugriff haben – ob nun die Eltern oder die Betreiber des Kindergartens.“ Entwickelt werde das System mit der stadteigenen Lecos GmbH, da es sich um sehr sensible Daten handelt. „So wird mit dem Melderegister abgeglichen, ob die angemeldeten Kinder tatsächlich existieren. Damit wollen wir vermeiden, dass jemand aus Spaß das System lahmlegt oder Kinder mehrfach anmeldet“, sagt Schmidt. Dabei können die Eltern den gewünschten Platz entweder direkt in der Kita oder von zu Hause aus über das Internet buchen. Statt drei Tage soll die Frist, in der reserviert wird, künftig sogar sieben Tage betragen. Innerhalb dieser Zeit muss der Vertragsabschluss erfolgen, sonst wird die Reservierung aufgehoben. Sensibel sei das System außerdem, da Verträge mit persönlichen Daten verwaltet werden. „Das verlangt ein hohes Sicherheitsniveau.“

 

LVZ-Leser wollten wissen, ob in das Buchungssystem die freien Träger einbezogen werden. Schmidt: „Ohne sie hat es wenig Sinn. Mir ist nicht bekannt, dass sich ein freier Träger dem System verweigern will.“ Mittlerweile kursieren Gerüchte, dass die Stadt mit dem System erreichen will, Kinder ablehnen zu können, die aus etwas entfernteren Stadtteilen kommen. „Das ist Unsinn. Nach wie vor sollen Eltern sich für besondere pädagogische Profile entscheiden können“, betont Schmidt. Auch Kinder aus Umlandgemeinden werden weiterhin berücksichtigt. Wie das im Buchungssystem gelöst wird, sei aber ebenso wie andere Details noch zu klären.
Dass die Stadt auf ein eigenes System setzt, nimmt die Familienfreund KG übrigens gelassen. Kujawa: „Wir vermitteln auch mehr als 200 Tagesmütter. Die kommen im geplanten Internetsystem der Stadt nicht vor.“ Mathias Orbeck


www.kita-leipzig.de www.leipzig.de/jugendamt



veröffentlicht: Cornelia Lachmann -- Samstag, 13. Oktober 2007; 12:12:55 Uhr


Kommentar von _Jürgen Brehme, Freier Kindergarten, 04279 Leipzig am Donnerstag, 18. Oktober 2007; 06:53:48 Uhr

Hilfe für Familien sieht so nicht aus Diesen Text vorlesen lassen

Zum Beitrag „Kita-Buchungssystem verzögert sich“ vom 9. Oktober:

Möchte der Herr vom Elternrat [Anm. d. red.: Lars Quiring, Gesamtelternrat] ein zentrales Vergabesystem, um fachliche und konzeptionelle Qualitäten der Kitas wieder abzuschaffen? Dem zitierten Wortlaut nach sieht er Konzepte ja nur als Vorwand von Leiterinnen, Familien abzulehnen.
Was unseren Freien Kindergarten angeht: Wir sind eine Elterninitiative, hier haben sich Eltern ihren Kindergarten selbst gegründet, in der von uns selbst gewünschten Qualität. Welche Familien zu uns kommen, das sollen und wollen die Eltern mit ihren Kita-Teams selbst bestimmen und sich nicht von einem Elternrat (den wir nicht gewählt haben) und auch nicht von einer Verwaltung vorschreiben lassen.
Den richtigen Platz für jedes Kind zu finden ist ein wichtiges Anliegen! Im Beitrag entsteht jedoch der Eindruck von einem Vergabesystem, das nach dem Motto funktioniert: „Wer zur rechten Zeit im Internet bucht, hat irgendeinen Platz, der gerade angeboten wird“. Für mich sieht Hilfe für Familien so nicht aus!

Kommentar von _ Florian Dieckmann, 04107 Leipzig am Donnerstag, 18. Oktober 2007; 06:56:29 Uhr

Ideengeber Familienfreund KG Diesen Text vorlesen lassen

Zum Beitrag Kita-System – Stadt will hohe Sicherheit“ vom 13. Oktober

Ihr Artikel zeigt, wie die Dominanz kommunaler Unternehmen die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen in Leipzig unterbindet. Überall dort, wo sich die „Leipzig AG“ hoheitliche Aufgaben anmaßt, kommen stadteigene Unternehmen zum Zuge, während private Unternehmer übervorteilt und aus dem Markt gedrängt werden. Der Verweis, um die Sicherheit bemüht zu sein, ist meines Erachtens ein Feigenblatt, um die Vetternwirtschaft mit den Eigenbetrieben zu beschönigen. Warum lässt die Stadt nicht statt eigener Software lieber offene und sichere Schnittstellen entwickeln? Warum erhält nur die Firma Lecos die exklusive Möglichkeit, Softwareprodukte im Bereich E-Gouvernement zu entwickeln? Mir scheint, dem Rathaus ist Kontrolle wichtiger als die Dynamik freien Wettbewerbs. Deshalb bleibt man unter sich. Und wer weiß: Vielleicht ist die Familienfreund KG sogar Ideengeber der jetzigen Entwicklung der Lecos GmbH gewesen. Die allerdings verfügt über die besseren Beziehungen und mit Sicherheit über mehr Geld.

Kommentar von _Wolfgang Wischer, 04229 Leipzig am Samstag, 20. Oktober 2007; 10:31:12 Uhr

Internetbuchung soll Hemmschwelle haben Diesen Text vorlesen lassen

Zum Beitrag „Kita-System – Stadt will hohe Sicherheit“ vom 13. Oktober
Mittlerweile kann man per Internet fast alles buchen, was buchbar sein kann, wie Urlaubsplätze, Theaterkarten und vieles mehr. Bei einem Kita-Platz wird jedoch nach meiner Meinung eine Schwelle überschritten, die eine Hemmschwelle sein sollte.
Geht es hier doch um das Wohlbefinden eines Kindes, eines Menschen, in einer zeitweisen neuen Heimat. Das kann man nicht so einfach aus der Ferne ohne direkte Inaugenscheinnahme – natürlich auch mit dem Kind gemeinsam – erledigen. Der Computer und das Internet sollten diesen Findungsprozess aber unterstützen.
Die Eltern interessieren doch in erster Linie die in den einzelnen Einrichtungen angebotenen pädagogischen Konzepte, die Nähe zur Wohnung oder auch zur Arbeitsstelle und eben, ob noch ein freier Platz in der Wunsch-Einrichtung für den Nachwuchs vorhanden ist.
Hier ist die von der Familienfreund KG entwickelte Lösung sehr hilfreich. Da muss die Stadt Leipzig kein weiteres Geld in die Entwicklung einer eigenen Lösung stecken. Stattdessen sollte man dafür Sorge tragen, dass der Anbieter dieses Projektes die tagfertig aktuellen Daten bekommt.
Die Eltern verfügen so über die gewünschten Angaben für die Anmeldung ihres Kindes in der Einrichtung ihrer Wahl. Die „Buchung“ des Platzes mit Vertragsabschluss erfolgt dann vor Ort bei gleichlaufender Aktualisierung der Belegungszahl in der konkreten Einrichtung im Internet. „Sensible Daten“ gibt es bei dieser Machart nur in der Kindertagesstätte außerhalb der rechentechnischen Lösung.

Kommentar von _Wolfgang Wischer am Sonntag, 21. Oktober 2007; 10:09:39 Uhr

Kommentar zu Kita-System – Stadt will hohe Sicherheit Diesen Text vorlesen lassen

Von: Wolfgang Wischer
An: thomas.fabian@leipzig.de
Betreff: Kitaplatz-Service

Datum:Tue, 10 Apr 2007 07:10:32 +0200

Sehr geehrter Herr Professor Fabian,

ich nehme Bezug auf den Artikel "Details bei Kitaplatz-Service
offen" in der Leipziger Volkszeitung vom 4. April 2007.
Aus meiner Sicht ist sehr verwunderlich, dass in besagtem Artikel
an keiner Stelle das bereits seit längerem funktionierende Kita-
Informationssystem www.kita-leipzig.de - eingebunden in
familienfreund.de - auch nur erwähnt wird.
Sofern die im genannten Informationssystem angezeigten freien
Plätze oder eben die Auslastung bzw. Überbelegung in der
konkreten Kindertagesstätte von der Tendenz her aktuell sind ist
diese Plattform doch eine sehr gute Grundlage für die Eltern bei der
Suche nach einem freien Kindergartenplatz. Die Kontaktnahme mit
der Einrichtung erfolgt dann ohnehin telefonisch und durch eine Vor-
Ort-Konsultation. Eine Buchung über das Internet halte ich für
übertrieben und überflüssig.
Eine wöchentliche Aktualisierung der Datenbasis zum
Belegungsstand der Kindereinrichtungen dürfte ausreichend sein.
Die hierzu erforderlichen Informationen sind gewiss in der
Fachabteilung im Jugendamt vorhanden. Eine Internet-Vernetzung
aller Kindergärten ist also gar nicht erforderlich. Auch wäre hierzu
kein Breitbandanschluss im Sinne eines DSL-Fähigkeit
erforderlich. Der normale Telefon-Analoganschluss genügt für
diesen minimalen Datendurchsatz vollkommen.

Die Aussage von Herrn Thomas Schmidt vom Jugendamt, dass es
sich bei den vorhandenen bzw. freien Kita-Plätzen um "sensible
Daten" handelt, kann ich nicht nachvollziehen. Diese Angaben
haben keinerlei Personenbezug, müssen also nicht besonders
geschützt werden. Ich wüßte nicht, was dabei "hochriskant" sein
soll, wenn diese Aufgabe von einem freien Unternehmen - wie
gegenwärtig verfahren - erledigt würde.
Die Stadtwerke können ja ebenso im Rahmen der Aktion "Familien
extra" den Familienfreund finanziell unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Wischer
_________________________
Auf diese Anfrage habe ich bis zum Zeitpunkt keine Antwort erhalten.

Kommentar von _Peter Blechschmidt am Dienstag, 23. Oktober 2007; 11:15:57 Uhr

Wofür gibt es eigentlich Lecos? Diesen Text vorlesen lassen

Wenn ich in München wohne und nach Leipzig ziehen möchte, wird das stadteigene System keinen Kindergartenplatz für mein Kind bereitstellen, schließlich ist es (noch) nicht in Leipzig gemeldet.

Den Datenabgleich mit dem Einwohnermeldeamt kann man sich also sparen!

Hat man daran mal bei Lecos und der Stadt gedacht? Oder ist der Verweis auf die "hochsensiblen Daten" wirklich nur das Feigenblatt, das man braucht, wenn man einen Auftrag ohne Ausschreibung innerhalb des eigenen Dunstkreises vergibt?

Wenn Herr Schmidt sagt:

„So wird mit dem Melderegister abgeglichen, ob die angemeldeten Kinder tatsächlich existieren. Damit wollen wir vermeiden, dass jemand aus Spaß das System lahmlegt oder Kinder mehrfach anmeldet“,

dann ist das einfach Quatsch, denn das System kann man dann schon lahmlegen, wenn man den Namen des Nachbarjungen kennt und ins System tippt.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier einheimische steuerzahlende Unternehmen zugunsten des Rathausklüngels aus dem Geschäft gedrängt werden und dann über ihre Steuern die Entwicklung der Software bezahlen, die es seit langem gibt und die gut funktioniert.

Wie soll man auch sonst in der Stadt der PC-Ware, der Siemens und der vielen IT-Dienstleister die Existenz einer Lecos überhaupt begründen?

Kommentar zu Kita-System – Stadt will hohe Sicherheit?

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