die pflege von angehörigen kündigt sich meist nicht im voraus an sondern bricht plötzlich und unerwartet über die oft berufstätigen partner, kinder und verwandten herein. ein pflegenotfall ist z.b.
der gestürzte opa ist, die verwirrte mutter oder der bruder, der nach einem krankenhausaufenthalt auf permanente hilfe angewiesen ist. das schwierige an der situation ist für viele berufstätige töchter, söhne, schwestern, brüder und enkelkinder, dass ihnen nicht nur die zeit fehlt sich angemessen zu kümmern sondern auch das wissen, um die situation und lebensbedingungen des anderen.
die vorsorge für die eigene person ist das eine - die versorgung einer zweiten oder 3. person das andere. der zu pflegende hat klare wünsche und vorstellungen oder/und nur ein bestimmtes budget zur verfügung. hilfe naht nun für alle berufstätigen aus dem bundesfamilienministerium.
familienministerin kristina schröder will es arbeitnehmern zukünftig ermöglichen, sich über einen zeitraum von bis zu zwei jahren um pflegebedürftige angehörige zu kümmern. für sie als arbeitgeber heißt das, dass der pflegende seine arbeitszeit um bis zu 50% zurückfahren kann ohne dabei den job zu verlieren oder enorme gehaltseinbußen hinzunehmen. die gehaltseinbußen soll bei maximal 25% liegen.
zum ende der pflegezeit spätestens jedoch nach 2 jahren arbeitet er dann wieder vollzeit und bekommt dafür im anteil der pflegemonate aber längestens 2 jahre nur 75% seines gehalts. die momentane regelung ermöglichen dem arbeitnehmer bis zu 6 wochen pflegezeit bzw. mindestens und spontan jedoch 10 tage, um eine betreuung und versorgung von angehörigen zu organisieren.
sollte diese regelung eintreten, muss man in vielen branchen umdenken. immerhin braucht ein arbeitgeber auch garantien, dass sein arbeitnehmer dem unternehmen überhaupt über solange zeit zur verfügung steht und dann ähnlich wie aus der elternzeit auch zurückkehrt in den beruf. und natürlich müssen gegebenenfalls mit nur 25% gehaltseinbußen auch vertretungen eingestellt werden. im 3. step bleibt zu überlegen, wie qualifizierung und weiterbildung in der pflegezeit realisiert werden sollen. oft haben junge mütter und väter schon nach 14 monaten das gefühl nicht mehr auf dem neuesten stand zu sein - wie ist das nach 2 jahren?
in jedem fall steht ihnen ihr familienfreund auch als pflegefreund zur verfügung - ermöglicht vereinbarkeit von beruf und familie/pflege, hilft informationen zu beschaffen, findet budgetorientierte lösungen und sucht ansprechpartner. fragen sie uns.
veröffentlicht: root -- Samstag, 06. März 2010; 12:47:16 Uhr