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Forschungum den forschungsbedarf der stadt zu stillen, werden schüler des wilhelm-ostwald-gymnasiums in leipzig regelmäßig vom unterricht befreit. jüngste errungenschaft ist ein abgasarmer kochherd für die ärmsten der welt.
 
circa 30 schüler lassen aller 14 tage für einen tag ihre bücher bücher sein und schlüpfen in einen laborkittel oder nehmen kurs richtung zoo oder sparkasse. dort analysieren sie die "lärmausbreitung bei bestimmten wetterlagen", testen die materialeigenschaften von spinnenseide oder programmieren managementsoftware für die kleingastronomie.

das forschungsjahr ist ein bewährter brauch am elitegymnasium. schon zu ddr-zeiten gingen die schüler in die produktion, heute strecken sie ihre fühler in richtung forschung aus. schulleiterin brigitte heink freut sich, denn sie hat kein problem, partner in der stadt zu finden. die uni richtet sogar extra jedes jahr plätze speziell für die jungforscher ein und stellt betreuer. interessenten kommen aus allen bereichen, da benötigt die feuerwehr eine neue software zur einsatzplanung oder die wohnungsgenossenschaft benötigt hilfe bei der bekämpfung von hausschwämmen.

im regelfall wählen die schüler als erstes ihr interessengebiet, wobei die naturwissenschaften sehr beliebt sind. die themen sind weit umfassend. sie reichen von "euthanasie im dritten reich am beispiel leipzigs" bis hin zur "psychologie des flirtens".

bereits in der fünften klasse stehen den schülern mehr als 50 arbeitsgruppen offen, vom debattierclub bis hin zum grundkurs in zirkusakrobatik. in jedem jahr haben die kinder eine woche "fächerübergreifenden unterricht". hier ermittelte ein schüler beispielsweise, mit blick auf rapunzels fabelhaften zopf, die belastbarkeit menschlicher haare. in der neunten klasse absolvieren alle schüler zusätzlich für zwei wochen ein betriebspraktikum.

wer das ostwald-gymnasium besuchen will, muss als erstes eine aufnahmeprüfung bestehen, so sind besonders begabte unter sich. die schule wurde 1985 als eine spezialschule für begabte in der ehemaligen ddr eröffnet. heute nehmen die schüler des gymnasiums mit großem erfolg an zahlreichen wettbewerben, wie der matheolympiade oder "jugend forscht", teil.

jährlicher höhepunkt ist allerdings die nationale meisterschaft der amerikanischen technology student association. schon seit mehreren jahren reisen regelmäßig schüler zum finale nach nashville. bei der letzten meisterschaft konnten sie 3 von 36 goldmedallien mit nach hause nehmen.

eine ging an beatrice dittes und stefan döge. beide haben einen ökoherd für arme weltgegenden entwickelt. in diesen regionen wird viel holz und dung verfeuert und das oft in schlechten öfen oder über offenem feuer. rauchgasvergiftung ist hier eine häufigere todesursache als malaria. das ergebnis ihrer forschung war ein ofen, bei dem bei deutlich weniger kohlenmonoxidausstoss fast keine asche übrig blieb und  dessen holzverbrauch sich halbiert hatte.

mittlerweile ist der neuartige holzgaskocher fertig für die produktion und entwicklungshelfer haben sich bereit erklärt, den ofen in nepal einem praxistest zu unterziehen.

(foto: pixelio.de /thomas kölsch)


veröffentlicht: Antje K. -- Freitag, 04. April 2008; 19:45:49 Uhr


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