die englische sprache ist die mit dem größten wortschatz und dennoch gibt es für einige deutsche begriffe keine englischen entsprechungen. ein grund dafür könnte sein, dass kindergarten, gemütlichkeit und ordnungspolitik eben typisch deutsch sind.
so hat auch das wort "angst" nicht von ungefähr einzug in die englische sprache gehalten. "the german angst", ein typisch deutsches gefühl, geprägt durch wirtschaftlichen langzeitpessimismus. bei veränderungen werden in erster linie die möglichen risiken gesehen anstatt die sich ergebenden chancen. zukunftspessimismus wird zusätzlich geschürt durch den rasanten aufstieg von schwellenländern wie china und indien. das schmelzen der wirtschaftskerne im hochlohnland deutschland bedroht den wirtschaftsstandort deutschland.
alles quatsch, sagt der wirtschaftsweise prof. dr. bert rürup, und verneint mit blick auf die statistiken die wachsende bedrohung des wirtschaftsstandortes deutschlands. seit jahren behauptet deutschland seinen platz als exportweltmeister. in deutschland ist seit einigen jahren sogar eine reindustrialisierung zu beobachten. die zahl der beschäftigten im industriellen sektor steigt allmählich wieder an. angst vor der internationalen konkurrenz ist angesichts des hervorragenden dritten platzes hinter den usa und japan also vollkommen unbegründet, meint der wirtschaftswissenschaftler.
wenn es um die globalen chancen der deutschen wirtschaft geht, können mittelständische unternehmen vor allem im bereich service punkten. deutschen exportfirmen gelingt es bereits, industrielle produkte erfolgreich mit dienstleistungen, wie beratung, instandhaltung oder forschung und entwicklung, zu kombinieren.
innerhalb deutschlands findet man bisher aber nur wenige oasen in der servicewüste. und dass obwohl der kundenauftrag doch eigentlich eindeutig ist. die kundenwünsche reichen von freundlichkeit, einem gepflegten äußeren, schnelligkeit und geduld bis hin zu beratung und zuverlässigkeit. wenn der service nicht stimmt, können schnell wichtige aufträge verloren oder vielleicht sogar an die direkte konkurrenz gehen.
im servicebereich gibt es in deutschland noch ein großes potential. "je stärker die servicekomponente in diesem bereich ist, desto eher ist es möglich aus bedürfnissen bedarfe zu machen," so rürup. kurz zur erläuterung: unter bedürfnissen versteht man einen subjektiven mangel mit dem wunsch, ihn zu beseitigen. der markt interessiert sich nicht für bedürfnisse, entscheidend sind bedarfe. ein bedürfnis wird dann zu einem bedarf, wenn es mit kaufkräftiger nachfrage ausgestattet ist, es zu nachfrage kommt. mit hilfe der servicekomponente lassen sich nun latente bedürfnisse in kaufkräftige nachfrage und als endkonsequenz in umsätze umwandeln.
prof. dr. bert rürup ist mitglied der " initiative deutscher servicetag ". am 2. september hat die initiative erstmalig den "service innovations-award“ verliehen. rund 50 unternehmen und institutionen hatten sich am wettbewerb beteiligt. gewinner der kategorie "interaktive kundenbeziehung“ war die deutsche postbank. in der kategorie "zusatzservice" bekam tui deutschland den preis verliehen. ahr service belegte in der kategorie "integrierte, ganzheitliche kundenbetreuung“ den ersten platz und das unternehmen europcar erhielt einen sonderpreis für verantwortliches handeln im bereich umweltrichtlinien.
veröffentlicht: Antje K. -- Dienstag, 09. September 2008; 14:48:57 Uhr