entschieden vor einer weile die richter des berliner kammergerichts und sprachen den berliner schulen und horten keine gute qualität bei der betreuung der kinder zu. ursprünglich klagte ein vater gegen die teilzeitbeschäftigung seiner exfrau. er war der meinung, dass sie wegen der betreuung des achtjährigen sohnes am nachmittag nicht persönlich anwesend sein müsse, sondern der junge durchaus im hort betreut werden kann.
die richter lehnten dies mit verweis auf das kindeswohl ab. "kindererziehung besteht nicht nur in der vermittlung von kompetenzen", heißt es in dem urteil vom 8. januar (az.: 16 uf 149/08). von dem recht des kindes auf die betreuung durch die mutter bis hin zum personalmangel an den berliner schulen gab es zahlreiche begründungen der richter. kinder dürfen "von ihren eltern - nicht von fremdbetreuern - liebe, rücksicht, wärme, zuwendung, geduld, anerkennung und nicht zuletzt förderung erwarten." ...und das könne ein hort nicht leisten. gerade nacharbeiten aus dem schulstoff wären so nicht gewährleistet.
die konsequenzen sind klar. die bessere vereinbarkeit von familie und beruf kann und muss durch den weiteren ausbau der betreuungseinrichtungen gestärkt und gefördert werden. so richtig zu hause bleiben und nur für die erziehung der kinder zuständig sein, wünschen sich vielleicht einige mütter und väter aber gleichzeitig sucht man(n) ja auch nach selbstverwirklichung. während finanzielle anreize wie elterngeld den wunsch der jungen menschen nach familie befördern sollen, spricht das urteil des berliner kammergerichts auf jeden fall auch dafür den qualitativen ausbau der betreuung, bildung und erziehung nicht zu vernachlässigen.
auch in leipzig gibt es einige diskrepanzen zwischen dem tatsächlich gesetzlich angedachten betreuungsschlüssel und der realität in den kindertagesstätten. wie vor kurzem im jugendhilfeausschuss berichtet sind es oft 16 bis 20 kinder statt der 1 zu 13 laut sächsichem kindertagesstättengesetz. ein weiteres manko ist neben dem extrem hohen teil der weiblichen arbeitskräfte in kita und schule auch der generelle fachkräftemangel. der mehrbedarf an personal, welcher allein bis ins jahr 2013 für den rechtsanspruch auf einen betreuungsplatz ab 1. lebensjahr gedeckt werden muss, bläst auch leipzig auf die jagd nach personal.
falls sie, liebe träger, mit der qualität ihrer einrichtungen werben wollen oder auf der suche nach fachpersonal sind, greifen wir ihnen gern mit dem kitamanager unter die arme. mailen sie uns!
veröffentlicht: root -- Montag, 16. März 2009; 20:54:35 Uhr