heißt es jetzt für
hörgeschädigte menschen. die sensation ist, dass es zum 1. mal überhaupt ein wörterbuch gibt für gebärdensprache.
"dieses wörterbuch ist eine wichtige etappe auf dem weg zu mehr chancengerechtigkeit in bildung und ausbildung für möglichst alle menschen. das lernen wird jetzt für viele hörgeschädigte leichter", sagte der parlamentarische staatssekretär andreas storm bei der vorstellung des neuen wörterbuches. in diesem buch werden alle varianten der deutschen gebärdensprache zusammengeführt in einer hochdeutschen gebärdensprache.
klar ist es selbstverständlich, dass kinder heutzutage ihre muttersprache lernen und dann auch noch englisch, spanisch, russisch, französisch - je nach dem, welche kindertagesstätte ausgesucht wird oder wie multilingual das elternhaus ist. aber was ist mit kindern, die nicht hören können oder hörgeschädigt sind?
die neuesten frühkindlichen forschungsergebnisse wurden als grundlage im bildungsplan zusammengefasst und dieser wird in den kindertagesstätten und kindertagespflegestellen umgesetzt. eine der wichtigsten erkenntnisse ist, dass kinder je früher sie gefördert und gefordert werden, leichter lernen. so gibt es zweisprachig aufwachsende dreijährige, die problemlos französich und englisch sprechen und nun auch noch deutsch dazu lernen.
das gleiche gilt aber auch für gebärden- und lautsprache. je früher hörgeschädigte und gehörlose die gebärdensprache lernen, umso leichter fällt es ihnen. und eigentlich ist das doch auch völlig klar. immerhin ist die gebärdensprache wie die lautsprache für hörende die einzige möglichkeit mit der umwelt zu kommunizieren und sich "zu unterhalten". fakt ist, dass kinder, die früh gebärdensprache lernen, die gleiche neuronale stimulierung erfahren, wie sie auch durch lautsprache zu beobachten ist. leider ist die lautsprache nicht für alle hörgeschädigten menschen eine option.
und es ist doch aber selbstverständlich, dass die gebärdensprache breiten eingang in kindergarten und schulen sowie in die betriebliche ausbildung und die ausbildung an beruflichen schulen findet, oder? immerhin geht es darum, die ganz normale teilhabe gehörloser am lebenslangen lernen entscheidend zu verbessern.
p.s. das große wörterbuch der gebärdensprache gibt es beim verlag karin kestner.
veröffentlicht: root -- Donnerstag, 09. April 2009; 11:17:10 Uhr