Kinderkrankentage für berufstätige Eltern

Arbeiten beide Eltern und das Kind ist krank, tauchen viele Fragen auf: Wer zahlt den Lohn? Gibt es Hilfen? Wie viele Tage dürfen Eltern beim Arbeitgeber fehlen? Was ist unter Kinderkrankentage zu verstehen?

Zehn Kinderkrankentage und zusätzliche Tage während Corona

Gesetzlich krankenversicherte Eltern haben Anspruch auf jeweils zehn Tage Kinderbetreuung, Alleinerziehende bekommen 20 Tage (Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie, § 5 Abs. 4 AU-RL). Eltern können in Absprache mit Arbeitgebern und ihrer gesetzlich versicherten Krankenkasse die Krankheitsfehltage des anderen Elternteils auf sich übertragen. Durch Covid-19 sind Einrichtungen der Kindertagesbetreuung nur zeitweise offen. Wer Kinder zu Hause betreut, hat ein Recht auf zusätzliche Kinderkrankentage. Bund und Länder haben durch die Corona-Pandemie beschlossen, dass sich Eltern 2021 doppelt so lange für Kinder krankschreiben lassen können. Jedem Elternteil stehen zehn weitere Tage zu, alleinerziehenden Müttern oder Vätern zusätzlich zwanzig Tage.

Voraussetzungen für die Krankheitstage

  • Die Betreuung und Pflege sind aus ärztlicher Sicht notwendig.
  • Der Arzt stellt für das Kind einen Krankenschein aus.
  • Der betreuende Elternteil und das kranke Kind sind gesetzlich krankenversichert.
  • Keine im Haushalt wohnenden Personen können das Kind betreuen (Großeltern, Au-pair).
  • Bei geschlossenen Betreuungseinrichtungen brauchen die Krankenkassen eine Bestätigung der Institution.
  • Das Kind ist unter 12 Jahre alt.

Krankengeld beantragen und berechnen

Eltern und Alleinerziehende können Kinderpflegegeld bei der Krankenkasse beantragen. Die Krankenkasse fordert eine Krankmeldung ab dem ersten Tag. Krankengeld ohne zeitliche Frist bekommen Eltern schwerstkranker Kinder mit Pflegegrad. Bis zu 90 Prozent des Nettoverdienstes ergeben das Kinderkrankengeld. Durchschnittlich sind es 75 Prozent des Nettoeinkommens. Eltern von Kindern mit längerem Pflegebedarf können unter Umständen Familienpflegezeit beantragen, um Pflege und Beruf zu vereinbaren. Wer eine Ausbildung macht und kleine Kinder hat, erhält bis zu sechs Wochen Geld.

Eltern beim kranken Kind – wer zahlt den Lohn?

In Arbeitsverträgen ist die Regelung für die Lohnfortzahlung nicht gesetzlich festgelegt. Manche Unternehmen übernehmen die ersten fünf Tage den Lohn. Wer eine Ausschlussklausel im Arbeitsvertrag hat, erhält allerdings kein Geld. Eltern haben entweder Anspruch auf den fortgesetzten Lohn oder auf das Krankengeld.

Privat versicherte Eltern haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Steht im Arbeitsvertrag keine Ausschlussklausel, sind es häufig fünf Tage für die Lohnbeziehung. Brauchen Sorgeberechtigte zusätzlich Geld, können sie Hilfen und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Kinderbonus, Kinderzuschlag und Steuerfreibetrag zur Unterstützung

Ohne Vermögen können Eltern beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Antrag auf Grundsicherung stellen. Neben der Grundsicherung für Kinder gibt es 2021 einen einmaligen Kinderbonus von 150 Euro pro Kind. Eltern mit kleinen Einkommen können bis zu 205 Euro pro Kind im Monat beziehen. Die Höhe dieses Kinderzuschlags hängt von der Einkommenshöhe, der Miete, der Familiengröße und dem Alter der Kinder ab. Wer Kinderzuschlag bekommt, ist auch von Kita-Gebühren freigestellt.

Alleinerziehende können in der Steuererklärung auf den Steuerentlastungsbetrag zurückgreifen. Stellen alleinerziehende Erwerbstätige beim Finanzamt vor Ort einen Antrag, kann das Finanzamt den Steuerfreibetrag von der Lohnsteuer vorab abziehen.

Kurzarbeitergeld und Elterngeld zum finanziellen Ausgleich

Ordnen Behörden aufgrund der Pandemie die Schließung des Unternehmens an, können Arbeitgeber für die Angestellten Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Bis 31.12.2021 gilt diese Regelung: Eltern bekommen 67 Prozent des Nettogehalts, ab dem vierten Monat 77 Prozent und ab dem siebten Monat 87 Prozent. Sonderregelungen im Elterngeld sollen Einkommensverluste durch die Covid-19-Pandemie ausgleichen.

Kranke Kinder über 12 Jahre – Haushaltshilfen oder die eigene Krankmeldung als Lösung?

Eltern können Kinder über 12 Jahre mit unbezahltem Urlaub oder mit vereinbartem Urlaub betreuen. Die unbezahlte Freistellung sollten Eltern schriftlich mit dem Arbeitgeber vereinbaren, damit sie einen Nachweis für ihr Fernbleiben haben. Haushaltshilfen kommen nur zum Einsatz, wenn die Eltern krank sind. Dass Eltern sich selbst krankmelden, ist keine Lösung und kann zur fristlosen Kündigung führen. Kindernotbetreuung kann eine Möglichkeit zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. Ansprechpartner für die Notbetreuung ist zum Beispiel der Arbeitgeber. Wenn dieser nicht familienfreundlich ist, helfen das örtliche Jugendamt oder die Krankenkassen.

Das Wichtigste zu Kinderkrankentage in Kürze:

Eltern kranker Kinder können jeweils zehn Krankentage, pandemiebedingt zehn weitere Krankentage nehmen. Abhängig vom Arbeitsvertrag haben Eltern einen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder auf Geld von der gesetzlichen Krankenkasse. Das kranke Kind muss unter 12 Jahre sein. Die Krankenkasse braucht ab dem ersten Tag eine Krankschreibung des Kindes. Für die Berechnung des Krankengeldes fordert die Krankenkasse eine Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers.

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