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Das Erfolgsmodell – Eine öffentliche Krippe im Unternehmen

Broschüre Vereinbarkeit von Beruf und Familie (c) demografienetzwerk-frm.de

Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Beispiele von Unternehmen (c) demografienetzwerk-frm.de

Eine öffentliche Krippe im Unternehmen: das Erfolgsmodell InfectoPharm. Blanke Not habe sie bewogen, sich mit dem Thema betriebliche Kinderbetreuung auseinanderzusetzen, so die Geschäftsführerin und Inhaberin von Infecto- Pharm.

Das konzernunabhängige Pharmaunternehmen, 1988 gemeinsam von dem Ehepaar Zöller gegründet, rekrutiert wissenschaftlich hoch qualifiziertes Personal deutschlandweit. Der Frauenanteil liegt bei 70 Prozent, der Altersdurchschnitt bei 40 Jahren. Ein Berufseinstieg bei InfectoPharm unmittelbar nach der Promotion ist keine Seltenheit, das Zeitfenster für die Familiengründung eng. Auf familiäre Netzwerke können die wenigsten der 144 Beschäftigten am Firmensitz Heppenheim zurückgreifen. Die kommunale Betreuungsinfrastruktur reicht für die rund 44 Prozent Beschäftigten mit minderjährigen Kindern nicht aus. Vor allem der Engpass bei Krippenplätzen hat die Firmeninhaber 2006 vorausschauend bewogen, hier aktiv zu werden. Zwei Jahre lagen zwischen Idee und Eröffnung einer öffentlichen Krippe im eigenen Haus. Die finanziellen Risiken schulterte das Unternehmen letztlich alleine. Die Beteiligung am Ausbau einer städtischen Krippe scheiterte am fehlenden Engagement des damaligen Bürgermeisters.

Mindestvoraussetzungen für den sorgsam ausgewählten Betreiber war die Finanzierung von zehn Vollzeitplätzen über fünf Jahre. Weitere fünf Jahre die Voraussetzung für öffentliche Zuschüsse. Sie reduzieren die monatlichen Kosten für einen Vollzeitplatz von 1.500 um 520 Euro. Mit 500 Euro monatlich bezuschusst Infecto- Pharm jeden Vollzeitplatz für „betriebseigene“ Kinder. Eltern bezahlen 480 Euro im Monat, die Mehrheit nimmt einen Teilzeitplatz in Anspruch. Möglich wird das bei InfectoPharm durch flankierende Teilzeitregelungen und Homeoffice. Die schnelle Rückkehr aus der Familienzeit wird so erleichtert, nicht nur für Mütter. Auch fünf Väter haben bereits Elternzeit in Anspruch genommen.

Die Entscheidung für eine öffentliche Krippe fiel gleich zu Anfang, zunächst waren nur zwei Kleinkinder von eigenen Beschäftigten zu betreuen. Acht Plätze standen zur Betreuung von externen Kindern zur Verfügung. Die Entscheidung für die räumliche Integration im Unternehmen fiel selbst erst aufgrund des fehlenden Interesses weiterer Unternehmen. Ursprünglich als Fitnessraum vorgesehen, laufen die Kinder mehrmals täglich durch den Flur an der IT-Abteilung vorbei zu ihren Räumen.
Kinderlärm und die Kultur Offene Tür: passt das zusammen? Die anfängliche Skepsis hat sich zerstreut. Wie positiv die Krippe bei allen Beschäftigten aufgenommen wird, zeigt die Zustimmung, die finanziellen Zuwendungen für Betreuung und Betriebskosten seitens des Unternehmens auch in Krisenzeiten nicht zu kürzen. Eine lohnende Investition. Geringerer Know-how-Verlust durch zügige Rückkehr, Kontinuität und hohe Loyalität zahlen sich ebenso aus wie das positive Image bei Kunden und bei Bewerber/innen. Drei Rekrutierungen hoch qualifizierter Mitarbeiter/innen lassen sich allein auf die Krippe zurückführen.

Die lange Warteliste und die Gewissheit, mit der Krippe im Haus die Attraktivität als Arbeitgeber zu bereichern, macht den Ausbau zur beschlossenen Sache. Nicht mehr unmittelbar im Haus, aber auf dem Firmengelände entsteht ein Neubau in Passivhausbauweise, der 20 Vollzeitplätze bieten wird und auf 40 Vollzeitplätze erweiterbar ist. Auch für die Kommune ein attraktives Angebot: die Zusammenarbeit verläuft nun reibungslos. Ähnliches erhofft sich Frau Zöller für die Infrastrukturen der Metropolregionen: noch enden Busse und Zuschüsse an Ländergrenzen.

Autorin: Frauke Spreckels, FamilienSinn

InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH, Von-Humboldt-Straße 1, 64646 Heppenheim, www.infectopharm.com

Branche: Pharma

Ansprechpartnerin Monika Zöller, Telefon 06252 95-7120, monika.zoeller@infectopharm.com

Belegschaft
– 144 Mitarbeiter/innen

– 96 Frauen und 48 Männer

– 64 Mitarbeiter/innen mit Kindern

– 4 Frauen in Führungspositionen

– zur Zeit keine Männer in Elternzeit

Altersdurchschnitt 40 Jahre

 

Über das Entstehen und die Idee dieses Beispieles

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

In 25 Artikeln beschreiben die Interviewer/innen Maßnahme und Unternehmen. Fotos aus den Unternehmen ergänzen die Darstellung. Damit möchten die Industrie- und Handelskammern der Region und der Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FRM einen Beitrag dafür leisten, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Menschen und Unternehmen leichter gelingt. So könnte die Erwerbstätigenquote von Frauen erhöht, mehr Frauen in Führungspositionen gebracht und für Väter Familienzeit gewonnen werden – und nicht zuletzt den Unternehmen erleichtert werden, ihre Fachkräfte zu finden und zu binden.

* Hinweis: Es handelt sich bei der Wiedergabe des Beitrages um ein wörtliches Zitat. Lediglich zu Zwecken der Lesbarkeit wurden  Formatierungen vorgenommen. Die Rechte des Beitrages liegen weiterhin beim Autor bzw. dem Demografienetzwerk. Der vollständige Download der Broschüre ist auf deren Seite kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

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