0341-355408-12 info@familienfreund.de

familienministerin will kinderbetreuung stärker privatisieren

Baby wird mit Flasche gefüttert (c) mrsbrown / pixabay.de

Baby wird mit Flasche gefüttert (c) mrsbrown / pixabay.de

um den zugesagten ausbau der betreuungsplätze realisieren zu können, will die familienministerin von der leyen die kinderbetreuung stärker privatisieren und gewinnorientierte betreiber zulassen. nach information der „frankfurter rundschau“ sei der zugesagte ausbau der kinderbetreuung nur zu schaffen, wenn künftig nicht nur gemeinnützige träger, sondern auch gewinnorientierte betreiber von kindertagesstätten und krippen zuschüsse erhalten.

wer das eine will …

muss das andere mögen. der krippenausbau läuft trotz aller förderprogramme viel schleppender an als geplant. viele kommunen lehnen bisher unternehmen und betriebe grundsätzlich als träger von kindertagesstätten ab. die bedigung, um eine kindertagesstätte zu betreiben, erfordert in der regel die anerkennung als träger der kinder- und jugendhilfe. der entwurf, welcher ende april vom kabinett verabschiedet werden soll, soll die bisherige auflage ausser kraft setzen. in zukunft sollen die träger von kindertagesstätten nicht mehr der öffentlichen jugendhilfe angehören und zwingend gemeinnützige zwecke erfüllen zu müssen.

kita ist ländersache

in zukunft sollen die länder darüber entscheiden, ob auch gewerbliche betreiber staatlich geförderter kitas oder krippen betreiben dürfen. während die einen die chance sehen, dass die kinderbetreuung sich dem markt öffnet und man noch gezielter auf kundenwünsche eingehen könnte, befürchten die bisherigen steuerfinanzierten und bezuschussten anbieter einen nachteil für ihr tun. kirchen, wohlfahrtsverbände, gewerkschaften und die linkspartei laufen bereits sturm gegen den entwurf für das neue kinderbetreuungsgesetz. sie befürchten einen „paradigmenwechsel“ und ein „einfallstor“ zur kommerzialisierung der jugendhilfe und die gefahr von möglichen mcdonalds- oder t-mobile-krippen.

auch die spd sieht die vorschläge von der leyens sehr kritisch. spd-fraktionsvorsitzende christel humme sagt, dass die pläne zu schweren „verwerfungen“ in der gemeinnützigen trägerlandschaft führen würden. Weiterhin betonte sie gegenüber der „frankfurter rundschau“, dass sie es nicht einsieht, „öffentliche steuergelder dahin zu geben, wo gewinn erzielt wird.“

Hat Ihnen der Beitrag geholfen? Behalten Sie ihn nicht für sich !

1 Kommentar zu “familienministerin will kinderbetreuung stärker privatisieren”

  1. Pingback: gew zum gesetzentwurf für ein kinderförderungsgesetz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.