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Zu schlecht für die Ausbildung?

Schule Tafel (c) S. Hofschlaeger / pixelio.de

Schule Tafel (c) S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ganze 50.000 Stellen sind 2010 in Deutschland nicht durch potentielle Auszubildende besetzbar. Nun hagelt es in vielen Artikeln oft Eltern(haus)schelte, denn Schuld ist echt die mangelnde Qualifikation der Bewerber.

A b e r : Laut frühkindlicher Hirnforschung sind Babys und Kinder von Anfang an kompetente Lerner. Sie bilden sich selbst. Je mehr Reize da sind und Fenster geöffnet werden, um so mehr Verästelungen werden im Gehirn gebildet. Nun ist dieser erste Hirnentwicklungsprozess bis zum 7. Lebensjahr im großen und ganzen mit rasanter Geschwindigkeit voran geschritten und flacht dann doch merklich ab. Die Geschwindigkeit wird gedrosselt. Oft kommen viele Kinder in dieser Zeit gerade in die Grundschule oder sind schon in der 1. bzw. 2. Klasse. Die Motivation und die Begeisterung an sich sind aus Kindertageseinrichtung, Elternhaus und Grundschule noch deutlich spürbar. Die Kinder sind aktiv – sie wollen es wirklich wissen.

Elternhaus und Familie wichtig

Eine Schlüsselfunktion haben in dieser Zeit neben dem Elternhaus und der Familie sowie den unmittelbaren Kontaktpersonen vor allem die ErzieherInnen und Pädagogen. In Kindertagesstätten wird nach dem Bildungsplan gearbeitet, der auf Grundlage dieser neuen Hirnforschungsergebnisse entwickelt wurde. Viele Kinder haben bereits hier sehr hohe Kompetenzen. Räume, Personal und Außengelände der Kita sind stark auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder abgestimmt. Das Kind steht im Zentrum und das Bild vom Kind und all seine Erfahrungen aus dem Alltag im Mittelpunkt. Beobachtung und Dokumentation ermöglichen es dem Pädagogen ständig direkte Schlüsse über Entwicklungen zu ziehen und flexibel zu agieren und reagieren.

Das Ende vom Spiel

Beim Wechsel in die Schule „beginnt“ rein vom Schulsystem her doch noch irgendwie der „Ernst des Lebens“. Die Klassenstärke von 23 bis 28 Kinder entspricht im ungünstigsten Fall mehr als dem Doppelten der Kindertagesstätte. Die Lernbedingungen, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht, weichen stark von der Umgebung und dem Alltag der Kindertagesstätte ab. Trotz Werkstätten, Projektzeit und Rhythmisierung im Ganztagsschulsystem spürt man den Einschnitt, die Anpassungen und Veränderungen im Leben des Kindes. Das Spiel, welches im frühkindlichem Bildungsbereich mit den wichtigsten Stellenwert einnimmt, tritt endgültig in den Hintergrund. Es verlagert sich meist auf die Nachmittagszeit in den Hort bzw. später verschwindert es ganz.

Zu viel Struktur, zu wenig Zeit!

Was das für ein Kind bedeutet, dass vorher meist die Kernzeit des Tages mit dem Entdecken der Welt durch das Spiel verbracht hat, ist hier bestimmt noch viel zu wenig erforscht! Die Methodik und die Struktur im Alltag nehmen mehr und mehr zu. Feste Unterrichtszeiten, Pausen und (Haus-)Aufgaben treten in den Vordergrund. Das Pensum und die (gesellschaftlichen) Verpflichtungen steigen täglich. Während einem Kind bis zum Eintritt in die Schule ganze 6 Jahre Zeit bleiben, erfolgt der entscheidende Schulwechsel für die Weichen zum zukünftigen Beruf, bereits nach 4 Jahren. Und egal, ob Mittelschule oder Gymnasium –  man lässt den Kids, wie auf der Grundschule wieder 1 bis 2 Jahre „Eingewöhnungszeit“. Das System an sich und die Struktur steht aber auch hier fest und ist kaum individuell „verhandel- bzw. anpassbar“.

Die Noten müssen stimmen

Und natürlich muss man auch jede Menge wissen und lernen, um am Ende mit guten Noten das Abitur oder die Mittelschule zu bestehen. Aber umfasst dieses Wissen auch die Kompetenzen für den späteren Beruf? Wissen Viertklässler denn schon, was sie werden wollen? Wann wissen Kinder denn in der Regel, was sie „später“ mal wirklich werden wollen? Und wann kommt die Ernüchterung, was sie tatsächlich machen können? In diesem ganzen Prozess ist natürlich auch mit dem Kind viel passiert. Es ist mehr oder weniger Erwachsen geworden. Es funktioniert oder auch nicht. Die Motivation und die Lust auf Schule & Co. ist aber oft schon am Ende der Grundschule auf der Strecke geblieben.  Wenn man den ein oder anderen jungen „High-Potential“ so reden hört, klingt das tägliche Tun – z. B. die Erfüllung der Schulbesuchspflicht – wie eine Art „Folter“.

Warum ist das nun so?

Und sind Trainings von Firmen und potentiellen Arbeitgebern auf deren Kosten die Lösung? Das fragen sich sicher viele Eltern in ihrem Kämmerlein und viele Arbeitgeber beim Blick auf die Bewerber mittlerweile öffentlich. Alle Parteien sind ratlos, irritiert und genervt. Und dabei geht es hier aber gar nicht um Schuld – sondern wahrscheinlich doch eher mal darum zu zuhören, nachzudenken und Lösungen zu finden. Für eine wirkliche Lösung gilt es sich vorab mit wichtigen Fragen rund um die Mitarbeiterbindung und -gewinnung zu stellen, die den Umgang mit Ihren Mitarbeitern und zukünftigen Bewerbern betreffen:

  • Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter und erzielen Sie damit Mitarbeiterbindung?
  • Auf welchem Weg gewinnen Sie Personal?
  • Warum wollen Bewerber bei ihnen arbeiten?
  • Wie wichtig ist Familie in Ihrem Unternehmen?
  • Haben Sie eine Strategie zur Fachkräftesicherung, eine gute Kommunikation bzw. funktionierende konstruktive Feedbackkultur?
  • Schulen bzw. coachen Sie Ihre C-Player im Unternehmen?
  • Entlassen Sie C-Player?
  • Kommen Ihre Mitarbeiter zu ihnen als Chef, um schönes, Sorgen, Probleme oder Nöte zu besprechen?

So in etwa kann man das auch auf das Schulsystem zurückspiegeln. Motivierende Maßnahmen, eine tägliche Anpassung und Optimierung der Prozesse sowie die Flexibilisierung und Rhythmisierung des Alltages könn(t)en hier vielleicht auch andere Ergebnisse erzielen. Wie wäre es mit regelmäßigen Entwicklungsgesprächen? Was ist mit Arbeitszeitkonten, Vertrauensarbeitszeit, Home-Office oder einem Telearbeitsplatz?

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