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Das Müttermanifest – Was Mütter von der Regierung fordern

Baby wird mit Flasche gefüttert (c) mrsbrown / pixabay.de

Baby wird mit Flasche gefüttert (c) mrsbrown / pixabay.de

Im Hamburger Müttermanifest kommen Mütter zu Wort, um Ihre Wünsche und Forderungen an die Politik zu formulieren. Immerhin ist das Aufziehen von Nachwuchs für die Gesellschaft von besonderem Nutzen. Mütter kriegen nicht nur den Nachwuchs. Immer noch kümmern sich weit mehr Frauen um die Betreuung der Kinder als Männer. Politisch hat das zumindest für die Kleinsten und Kleinen eine größere Bedeutung. Wenn Mütter aus dem Beruf aussteigen, um Kinder groß zu ziehen, fehlen auf Dauer wichtige und wertvolle Kompetenzen und Kräfte auf dem Arbeitsmarkt.

Mutter, Vater und andere Bezugspersonen sind gefordert

Eine der wichtigsten Forderungen ist, dass Durchbrechen des Muttermonopols. Zum Kinder kriegen, Bedarf es in der Regel nämlich zweier möglichst ebenbürtiger Partner. Im Kinderuniversum steht die deutsche Mutter aktuell noch in der ersten Reihe. Während Sie betreut und erzieht, bringt der Vater im besten Fall das Geld nach Hause. Die Frage, wer seinen Job aufgibt oder verkürzt arbeitet, steht in deutschen Familien nach der Geburt des Kindes oft nicht im Raum. In der Körber-Stiftung haben 120 Frauen ihre Forderungen an Politiker, Gesellschaft, Partner und Kinder formuliert. Anlass für diese vehementen Forderungen ist die Tatsache, dass weniger als die Hälfte der deutschen uneingeschränkt „ja“ zu Familie, aufgrund der wenig kinderfreundlichen Gesellschaft, sagen.

Warum wir eine kinderfreundliche Umgebung brauchen

Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, bekommen einfach langfristig immer weniger Männer und Frauen Nachwuchs. Das wirkt sich kurz- und langfristig auf das Leben in Deutschland aus. Wird man Mutter ändert sich oft das ganze Leben. Alle Bedürfnisse und Wünsche gelten in erster Linie dem ungeborenem Leben, was man unter dem Herzen trägt. Nach der Geburt eines Kindes nehmen viele Frauen lange Auszeiten vom Beruf. Teilweise hochqualifiziert, entscheiden sie sich zu Gunsten der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie maximal in Teilzeit zu arbeiten. Doch auch Mütter sollen und wollen sich entfalten. Eine Forderung aus dem Müttermanifest ist, dass Politiker die vielfältigen Lebensentwürfe von Müttern fördern sollen. In einer mütterfreundlichen Gesellschaft braucht es eben dieser Rahmenbedingungen, die den tausend Facetten und Stationen eines Mutterlebens gerecht werden.

Warum auch Mütter mitziehen müssen

Eine Gesellschaft, die Kindererziehung honoriert, schafft gute Grundlagen für Weiterentwicklung und Fortbestand. Doch auch Mütter selbst müssen sich beteiligen wollen. Deswegen fordern die Mütter im Müttermanifest, dass die Mütter mit ihren Kindern leben aber nicht nur für sie. Trotz Kinder dürfen die Frauen Ihre eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen. Mal was für sich, die Partnerschaft oder mit den Freunden zu tun, schadet nicht den Kindern. Im Alltag werden solche Kraftquellen benötigt, um Aufzutanken. Um später nach der Erziehungspause in den Beruf wieder einsteigen zu können, müssen Arbeitgeber und Ausbilder neue Wege für die berufliche Entwicklung von Müttern eben. Dazu werden  flexible Arbeitszeitmodelle und Hilfe beim Wiedereinstieg benötigt.

Und, wenn man doch nur Mutter sein möchte?

Dann soll die Gesellschaft auch das Honorieren und einem Beruf mit entsprechender Entlohnung gleichsetzen. Während Hausfrauen bisher immer nur über die Verheiratung mit dem Ehemann abgesichert waren, geht das Müttermanifest einen Schritt weiter und fordert: die Anerkennung der Mutterschaft als vollwertigen Beruf. Familienarbeit muss demzufolge anderer Arbeit gleichgestellt werden. Was wiederum fast automatisch zur nächsten Forderung an die Städte und Gemeinden nach mehr Kinderfreundlichkeit führt. Mütter mit ihren Kindern sind ein Bestandteil des Lebens und der Vielfalt in den Kommunen. Teilhabe, Gleichberechtigung, Mitsprache und Toleranz für Kinder sind eine Folge aus diesen Forderungen. Das Leben mit Kindern muss gewollt und unterstützt bzw. erleichtert werden.

Was Mütter noch so von den Politikern wünschen

Wer Kinder hat und trotzdem beruflich voll mitmischen möchte, benötigt natürlich eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, welche sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Familien orientiert. Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen und Schulen sind das eine – aber, wenn schon Fremdbetreuung dann bitte flexibel und individuell. Auch das Personal, welches Kinder betreut benötigt deswegen eine gute (finanzielle) Anerkennung. Und was wollen Mütter noch? Natürlich, dass:

  1. sich die Mütter und Väter selbst gesellschaftlich beteiligen und ihre Kraft zum Gestalten nutzen. Dazu sollen Sie Strategien entwickeln, Bündnisse schließen und sich politisch engagieren.
  2. sich die Partner der Mütter mehr beteiligen. Die Partnerschaft wirklich neu lernen und leben, ist für die Betreuung und Erziehung der Kinder notwendig. Dazu muss man im Gespräch bleiben und seine Bedürfnisse artikulieren.
  3. sich alle an der Bildung für die Kinder beteiligen. Familien schaffen nicht alles allein und im Kämmerlein. Zu Familien gehören Netzwerke.

Das Müttermanifest entstand im Rahmen der Tagung »Rabenmutter oder Mutterglück?« – eine Kooperation der Körber-Stiftung mit Wellcome.

 

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