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DWK4 – Phantasieanregung contra Jugendschutz

Film | Roter Teppich (c) lichtkunst.73 / pixelio.de

Film | Roter Teppich (c) lichtkunst.73 / pixelio.de

Meine 7-jährige Tochter ist ein großer Fan der Wilden Kerle. Sie schwärmte schon seit Wochen von nichts anderen, als diesen Film zu sehen. Nach einem kurzen Blick auf die Altersfreigabe (ab 0 Jahre) startet der Kinobesuch. Damit erfüllte ich ihr Sonntag nachmittag ihren „bis dahin größten Traum“. Schon erklangen die ersten musikalischen Filmsequenzen und dank Fan-Status konnte meine „kleine“ auch gleich von Anfang an mitsingen. Etwailige oft verwendete Sprüche sowie Namen gingen ihr ebenfalls spielend von den Lippen – kurz gesagt- sie gab mir eine Nachhilfestunde im DWK-einmal eins.

Die erste Filmszene startete innerhalb einer Werkstatt. Alle wilden Kerle bekamen ein Cross Motorrad (nagelneu, getunt, offenbar nur geländetauglich!). Der jüngste um die 8 Jahre erhielt ein Formel Eins ähnliches Auto mit offenbar 4-Rad-Antrieb. Mühelos und kinderleicht bedienten die Kinder die selbstgebauten Gefährte. Im weiterem Verlauf besuchten sie auf dem Weg zum großen Sieg eine im Wald von der Außenwelt abgeschirmte „Jugendfußballmannschaft“. Erbarmungslos wurde ein legendäres Finalspiel ausgetragen, welches mit Fußball nur noch begrenzt zu tun hatte. Im Kampf DWK gegen Wölfe blieb kein Auge trocken. Natürlich siegten die DWK.

Sitzen bleiben oder Gehen

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon längst hin und her gerissen zwischen sitzen bleiben oder nach Hause gehen. Ich zweifelte, dass der Mensch oder die Organisation, die den Film ab 0 Jahre freigegeben hat, ihn jemals bis zur Mitte bzw. zu Ende sah.  Da wurden Zweikämpfe auf Leben und Tod ausgetragen. Eltern hatten die Kids sowieso nicht, da sie mehrere Tage im Wald vor sich hin „vagabundierten“. Die Story schien zu dem noch prinzipiell in der Ferienzeit zu spielen, da Schulpflicht unter diesen Umständen kaum realisierbar wäre – und als ich dachte schlimmer wird es nimmer kamen noch schicke Brusttattoos (von einer selbstgebastelten Tattoomaschine aus sicherem Abstand von 1,50 m in den Oberkörper gestochen) sowie die Liebe in Spiel. Da wurde fremd geknutscht, sich eifersüchtig gestritten und am Ende herzzerreißend versöhnt und ich stellte unweigerlich fest, dass ‚Die wilden Kerle‘ Erwachsene junge Männer geworden sind, die nur Fußball und Mädchen im Kopf haben.

Aber es gab kein Bier…

An dieser Stelle so im 2. Drittel kurz vor der Verlängerung wartete ich eigentlich nur noch, dass man sich ein Bier gönnte…wenigstens davon blieb ich verschont. Mit Seitenblick auf mein Kind stellte ich fest, dass Sie plötzlich Lederkluft trug und Ihr Basecup verkehrt herum auf hatte. Unter der Kluft, dass ‚weiße Kleid der Unschuld‘, welches Leon, den Anführer der wilden Kerle im See, um den Verstand bringen sollte. Ich schloss meine Augen, um Ihren Nasenring und Ihr frisch gestochenes Arschgeweih mit dem Spruch „Solange wir wild sind“ gedanklich zu verdauen. Insgeheim wünschte ich mir, dass ich die nächsten 9 Jahre bis zum 16 Geburtstag nicht so oft im Zeitraffer von 30 Sekunden erleben muss, wie während diesem Film. Und dann bleibt die Frage: Was soll ein 3-jähriger aus diesem Film mitnehmen?

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