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Glücklich ohne Trauschein: Nach dem Chat noch das Experteninterview

Computer (c) familienfreund.de

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Als professioneller Dienstleister für Ihre Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhalten wir tagtäglich die unterschiedlichsten Fragen und beantworten diese fachlich korrekt. Uns helfen dabei viele, deutschlandweit vorhandene Experten der verschiedensten Fachbereiche. Normalerweise stehen diese Leistungen nur unseren Kunden zur Verfügung. Gerne bieten wir Ihnen nun mit unseren Telefonforen und den Expertenchats eine neue und zudem kostenfreie Möglichkeit, direkt Antworten von Expertinnen und Experten zu erhalten.

(djd.) Im Interview mit Irene v. Behr, Fachanwältin für Familienrecht in eigener Kanzlei in Hamburg, und mit Peter Krückl, Experte für Risikolebensversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth zum Thema Glücklich ohne Trauschein:

  1. Oftmals leben Unverheiratete in einer Wohnung zusammen, die nur einem Partner gehört. Stirbt dieser Partner und liegen keine anderen Regelungen vor, so erben seine Kinder diese Wohnung. Muss der hinterbliebene Partner dann ausziehen, wenn die Kinder die Wohnung verkaufen oder selbst einziehen möchten?
    Antwort Irene v. Behr: Um das zu verhindern, sollte der Partner, dem die Wohnung gehört, dem anderen ein sogenanntes Wohnungsrecht einräumen. Das sollte auch im Grundbuch eingetragen werden. Die Ausgestaltung im Einzelnen kann man mit einem Anwalt oder Notar klären.
  2. Gibt es bei unverheiratet zusammenlebenden Paaren die Möglichkeit einer Gütertrennung beziehungsweise Gütergemeinschaft?
    Antwort Irene v. Behr: Beides gibt es nicht. Die beiden Partner können aber bei Bedarf schriftlich festlegen, dass Ihnen einzelne Gegenstände, etwa das Auto, als Miteigentümer gemeinsam gehören.
  3. Was muss man beachten, wenn man gemeinsam ein Haus kauft, ohne verheiratet zu sein? Insbesondere auch in Bezug auf Verträge und Grundbucheintragung? Wann erfolgt der Eintrag ins Grundbuch?
    Antwort: Irene v. Behr: Das alles kann und muss man mit dem Notar klären, der den Kaufvertrag beurkundet. Falls beide Partner für die Finanzierung des Hauses unterschiedliche Beiträge leisten, sollte man sich wegen eines Vertrages, der Regelungen für den Fall des Scheiterns der Beziehung vorsehen soll, anwaltlich beraten lassen.
  4. Wie können Unverheiratete erreichen, dass ihnen bei Unfall oder schwerer Krankheit des Partners Auskunft erteilt wird und sie gegebenenfalls Einfluss nehmen können, obwohl sie keine direkten Angehörigen sind?
    Antwort Irene v. Behr: Das erreicht man durch eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung. Sinnvollerweise sollte man Kontakt mit einem Notar aufnehmen. Denn Notare haben damit täglich zu tun und können individuell passende Formulierungen abstimmen.
  5. Muss man den Partnerschaftsvertrag in einer „Wilden Ehe“ beim Notar notariell beurkunden lassen oder bedarf es gar nicht dieser offiziellen Beglaubigung?
    Antwort Irene v. Behr: Zumeist enthält der Vertrag verschiedene Regelungspunkte, die teilweise notariell beurkundet werden müssen und teilweise nicht. Dies sollte man mit fachkundiger Hilfe klären lassen. Prinzipiell ist eine notarielle Beurkundung fast immer anzuraten.

Peter Krückl im Interview:

  1. Wie können sich unverheiratete Paare mit Kindern für den Fall absichern, dass beispielsweise dem Hauptverdiener etwas zustößt?
    Antwort: Peter Krückl: Hier ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung wichtig. Sonst müssen die Hinterbliebenen im Falle eines Falles dramatische Einschnitte im Lebensstandard hinnehmen. Eine Risikolebensversicherung ist ein reiner Todesfallschutz. Die vertraglich vereinbarte Summe wird nur ausgezahlt, wenn die versicherte Person stirbt.
  2. Wie sollte eine Risikolebensversicherung ausgestaltet sein, damit beispielsweise die hinterbliebene Lebensgefährtin des Hauptverdieners im Falle eines Falles keine Erbschaftssteuer zahlen muss?
    Antwort Peter Krückl: In diesem Fall sollte die Lebensgefährtin die Versicherungsnehmerin des Vertrages sein und der Hauptverdiener die versicherte Person.
  3. Die Absicherung durch eine Risikolebensversicherung ist für Unverheiratete beispielsweise dann besonders wichtig, wenn sie ein Haus bauen oder eine Immobilie erwerben wollen und das Ganze durch ein Darlehen finanzieren. Sollte die Versicherungssumme exakt in Höhe des Darlehens sein und welche Laufzeit muss die Police dann haben?
    Antwort Peter Krückl: Die Versicherungssumme sollte mindestens in Höhe des Darlehens gewählt werden. Je nachdem, ob bereits eine zusätzliche Absicherung beispielsweise für die Lebensgefährtin des Hauptverdieners und die Kinder besteht, sollte eine entsprechend höhere Summe versichert werden, damit nicht nur das Darlehen zurückgezahlt werden kann, sondern die Hinterbliebenen auch eine gewisse Zeit versorgt sind. Die Laufzeit sollte ein paar Jahre länger als die des Darlehens gewählt werden, damit ein Puffer besteht, falls sich die Rückzahlung des Darlehens verzögern sollte.
  4. Wird beim Abschluss einer Risikolebensversicherung eine Gesundheitsprüfung fällig und kann man auch mit Vorerkrankungen eine Police abschließen? Muss man auch Fragen nach besonderen Hobbys oder beruflichen Risiken beantworten und was kann dies zur Folge haben?
    Antwort Peter Krückl: Bei den meisten Gesellschaften ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung nur mit Gesundheitsprüfung möglich. Auch Risiken wie Hobbys oder Beruf werden in der Regel vom Versicherer abgefragt. Je nach Art und Umfang einer bestehenden Vorerkrankung oder nach Risiko des Hobbys oder des Berufs können Ergänzungsbeiträge oder Risikoausschlüsse vom Versicherer verlangt werden. Unter Umständen kann der Versicherer den Antrag auch komplett ablehnen, wenn ihm das Risiko zu hoch erscheint.
  5. Können auch unverheiratete Paare eine sogenannte verbundene Risikolebensversicherung abschließen?
    Antwort Peter Krückl: Bei den meisten Versicherungsgesellschaften werden eheähnliche Gemeinschaften genauso behandelt wie verheiratete Paare, sodass der Abschluss möglich ist.

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