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Nachgeben – wie und wo? Das Brüll-Experiment!

Kinder versichern ist keine Hexerei, wenn man weiß, worauf zu achten ist (c) robertofoto / pixabay.de

Kinder versichern ist keine Hexerei, wenn man weiß, worauf zu achten ist (c) robertofoto / pixabay.de

Ein Biologe, Rhesusaffen und 300 Brüllanfälle als Studienobjekte. Was hat es gebracht und wer musste nachgeben?

Eine Rhesusaffenmutter beugt sich dem Drängen ihres Sprösslings nach Milch viel rascher, wenn er im Beisein Anderer zu schreien beginnt. Der britische Biologe Stuart Semple studierte über 300 Brüllanfälle von Rhesusaffenbabys in Puerto Rico und kam zu diesem Ergebnis. Besonders scheinen die Äffchen Glück zu haben, wenn Fremde während der Brüllattacke dabei waren. In 82% der Fälle gab die Mutter schneller nach als bei Anwesenheit von Familienangehörigen. Alleine mit ihrem Kind waren nur 39% für die Brüllattacke zu erweichen.

Ein Blick in die Weiten der Gesellschaft zeigt da durchaus Parallelen zu Menschenkindern. Gerade in Situationen, wo fremde Augen auf Mutter und Kind schauen, geben viele Mütter schnell nach. Die Augen der Anderen beeinflussen scheinbar so stark, dass alle logisch zurechtgelegten Argumente vergessen sind.

Vorwurfsvolle Blicke, wenn Kinder in der Bahn zu laut sind, angestrengte Gesichter, wenn sich 2jährige während einer Trotzattacke auf dem Boden des Supermarktes wälzen und aufmunternde Worte, wie nun „Lassen Sie ihm/ihr doch ihren willen“, tun hier ihr übriges.

Nachgeben, um des lieben Frieden willen?

Imponieren und zeigen, dass man alles im Griff hat, sind wohl nur 2 Gründe. Viele Verhaltensweisen sind/werden antrainiert und von Generation zu Generation einfach weiter gegeben. Das Gefühl, dass sich Andere belästigt fühlen, drängt sich uns in Stresssituationendermaßen auf, dass wir alle guten Vorsätze vergessen. Scham, peinliche, hilflose und vorwurfsvolle Blicke der Anderen tun ihr übriges dazu. Unser Wunsch nicht durch komisches, lautes oder anderes Verhalten in Erscheinung zu treten, begleitet uns im Alltag. Und diesen Wunsch projizieren wir auch auf unsere Kinder. Wir korrigieren ihr Verhalten, belohnen sie für nicht angemessenes Verhalten oder erkaufen uns den „Frieden“ mit Bestechung.

Bleiben Sie sich und ihrem Kind treu – üben Sie nachgeben

Dabei ist es eigentlich gar nicht schlimm, wenn Junior an der Kasse schreit, die kleine Marie dicke Kullertränen weint, weil sie kein 2. Eis bekommt oder der süße Tom auch nach dem Fläschchen im Cafe nicht gleich zur Ruhe kommt. Wichtig ist, dass egal was passiert, es die Ruhe zu bewahren gilt und man gut überlegt, ob und wie man nachgibt.

Kompromisse sind gut, wenn Sie sie mit ihrem Kind schließen und nicht mit den Zaungästen des Spektakels. Klick um zu Tweeten

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