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Menschenrechte: Recht auf Bildung für alle

Familie (c) sophieja23 / pixabay.de

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Bereits 1948 wurde in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der vereinten Nationen im Artikel 26 ein Recht auf Bildung für jedermann festgeschrieben. Auch der Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention spricht jedem Kind das Recht auf Bildung, Schule und Berufsbildung zu.

If all the World’s Children join together they can be more powerful than any Government – Nelson Mandela

Aber wie sieht es heute, beinahe 60 Jahre später, aus?

Bis heute existiert das Recht auf Bildung für mehr als 80 Millionen Kinder lediglich auf dem Papier. Weltweit schlossen sich Millionen von Menschen jeden Alters zusammen, um auf den bestehenden Mangel an Bildung hinzuweisen. Die globale Bildungskampagne, als Teil der Global Campaign for Education, wurde 1999 gegründet. Seither wird sie von verschiedensten Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen mit Verbänden und Bildungsgewerkschaften getragen. Mittlerweile existiert die Kampagne in mehr als 150 Ländern und macht durch ihre Lobby-Arbeit die Öffentlichkeit auf die herrschenden Missstände in den Entwicklungsländern aufmerksam. Sie regt an, auf die Regierungen einzuwirken, um das Ziel zu erreichen, dass das Versprechen auf kostenlose und qualitativ hochwertige Grundbildung erfüllt wird.

191 Regierungen haben sich verpflichtet

Schon im Jahr 2000 haben sich 191 Regierungen auf dem Weltbildungsforum verpflichtet, Bildung für alle bis 2015 umzusetzen. Es konnten zwar schon bedeutende Fortschritte erzielt werden, aber es ist weiterhin Hilfe und Beistand zur Erreichung des Ziels nötig. Gerade einige der mit unterzeichnenden Industrieländer geben immer noch nicht, wie vereinbart, 0,7 % des Bruttosozialprodukts für ausländische Entwicklungshilfe, einschließlich Bildungshilfe aus.

Jährlich im April gibt es auf der Welt eine globale Aktionswoche

Vom 23. bis 29. April schließen sich überall auf der Welt Lehrer, Schüler, Eltern und Interessierte zusammen und wollen so die Regierungen zum handeln bewegen. In den Niederlanden spielen beispielsweise Schüler gemeinsam mit den Lehrern ein pädagogisches Brettspiel, welches die Hürden hinsichtlich Kinderarbeit, Bildung und Gesundheit aufzeigt, mit denen Kinder in den Entwicklungsländern tagtäglich konfrontiert sind. Die Schüler und Lehrer in den USA erarbeiten Poster und Petitionen zum Thema rechtlicher Verankerung von Bildung aller und schicken diese an ihre Abgeordneten. Zudem wollen sie „Teach-ins“ und Scheingerichtsverhandlungen über Bildung als Menschenrecht veranstalten. In Uganda sind landesweit die Politiker eingeladen, einen Tag in einer Schule zu verbringen, um die dortigen Probleme live in Augenschein nehmen zu können. Die Lehrergewerkschaft Ugandas beteiligt sich an Radio- und Fernsehtalkshows und führt eine Diskussionsrunde mit Kindern, Eltern, Lehrern und Politikern zum Thema „Recht auf Qualitätsbildung für alle“ durch.

Deutschland nimmt seit 2003 an den Aktionswochen teil

Schirmherrin der deutschen Kampagne ist Prof. Dr. Gesine Schwan, die Präsidentin der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Dieses Jahr steht die Aktionswoche unter dem Motto „Hand in Hand für Bildung“. Schüler, Eltern und Lehrer sind aufgefordert, Papierfigurenketten zu basteln und so die längste Kette der Welt für Bildung zu schaffen. Die jeweiligen Ketten werden bis zum 15. Mai 2007 gesammelt und dann der Bundeskanzlerin Frau Merkel übergeben. Lehrer können ihren Unterricht zum Thema „Bildung für alle“ durchführen. Informations- und Unterrichtsmaterial kann bei der globalen Bildungskampagne angefordert werden. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen der globalen Aktionswoche finden sie auf den Websites der globalen Bildungskampagne und der Campaign for Education.

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