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Von einer, die nicht auszog

wilde Horde | Rebecca Nicklaus | textbroker.de

wilde Horde | Rebecca Nicklaus | textbroker.de

Annett M. Wien ist Mutter, gelernte Bürokauffrau und Friseuse, Hundezüchterin und Autorin bei der Plattform Textbroker. Bei einem Besuch redet sie über ihre Freude am Schreiben, über familiäre Verpflichtungen und darüber, wie sie beides am liebsten miteinander verbindet.

Wie sich Karriere, Kind und Kegel von zu Hause aus unter einen Hut bringen lassen

Ähnlich wie Annett geht es heute vielen Frauen und Männern, die neben der Kindererziehung oder der Betreuung älterer Familienmitglieder auch noch ein bisschen Geld hinzu verdienen wollen. „Arbeiten von zu Hause aus“ ist sicher kein ganz neuer Trend, doch welche seriösen Möglichkeiten stehen den Jobsuchenden hier zur Verfügung? Sechs weitere Textbroker-Autoren erklären, wie sie langfristigen Erfolg durch ihre Schreibtätigkeit haben und dennoch genügend Zeit für den Familienalltag.

Der kleine Ort Nähe Mainz liegt eingebettet in Weinberge. Durchwoben von engen Gässchen gibt es nur eine Straße, die entgegenkommende Autos berücksichtigt. Und die führt mitten durch. Der Bus hält zweimal, danach ist er wieder auf dem Weg in den nächsten Ort. Hier wachsen Wiesengräser und Kinder. Der ideale Platz, um Gartenteiche anzulegen, Bäume zu pflanzen, Schaukeln aufzubauen – um Platz zu haben. Hier düst Annett M. Wien mit ihrem frechen Flitzer um die Ecken, fällt dabei auf wie ein bunter Hund. Ein Vergleich wie für sie gemacht.

„Kommst du mit Hunden zurecht?“, fragt sie.

Mit einem schon. Mit mehreren? Wird sich zeigen. Annett parkt ihr kanarienvogelgelbes Cabrio in der niedrigen Garage und geht voraus. Sieben wadenhohe Chihuahuas warten hinter der letzten Tür im Kellergang. Sechs davon müssen – wie Annett trocken verkündet – mit Leckerlis um ihre Gunst bestochen werden. Eine wilde Begrüßung, die aus fliegenden Ohren, seidig-flatternden Haaren und spitzen Zähnchen besteht. Der Raum ist relativ klein. Trotzdem kommen zwei Bücherregale, ein Sofa und ein Schreibtisch darin unter. Und Hundebettchen in jeder noch verfügbaren Ritze. Die Terrassentür neben dem Schreibtisch steht weit offen, lässt Sommergeräusche herein. Ein Nachbar mäht den Rasen. Zwei Bildschirme, die schon eifrig flimmern.

In dieser Umgebung arbeitet Annett also. Sie arbeitet von zu Hause aus.
„Mir war immer klar: Wenn ich Kinder möchte, dann bleibe ich auch bei ihnen. Da bin ich altmodisch.“ Ihr kleines Lachen begleitet den Satz wie ein Bekenntnis, für das sie verlegen werden muss. Es kann ja auch der Vater sein, fügt sie schnell hinzu.

„Wusstest du, dass Kinder etwa 3 Monate Ferien im Jahr haben?“, fragt sie. „Wohin mit ihnen in dieser Zeit?“ Annett hält nichts von Fremderziehung, schließlich hat sie sich die Kinder gewünscht. Sie erinnert sich gern an die Anfangszeit, als ihre Älteste zur Welt kam. Ihr Mann wurde in dem Moment Vater, in dem er die Kleine zum ersten Mal im Arm hielt.

Annett trägt das Selbstbewusstsein früherer Frauen in sich, die kein Lehrbuch oder eine Atemtechnik zum Muttersein brauchen. „Das passiert alles aus Instinkten heraus, da kann man gar nichts falsch machen.“ Inzwischen ist ihre Tochter 18, ihr Sohn vor kurzem 15 Jahre alt geworden.

Für Textbroker schreiben heißt frei sein

Anett arbeitet | Rebecca Nicklaus | textbroker.de
Anett arbeitet | Rebecca Nicklaus | textbroker.de

Seit über drei Jahren schreibt Annett bei Textbroker – eine Plattform, die Inhalte vermittelt, vor allem für Webseiten und Internetauftritte. Kostenlos anmelden kann sich jeder, der volljährig ist: als Autor, aber auch als Auftraggeber. Der Auftraggeber gibt seinen Auftrag auf der Textbrokerseite ein und lädt diesen hoch. Aus der Sammlung aller Aufträge sucht sich der Autor aus, was seinen Fähigkeiten, seiner Vorbildung und seinem Wissensstand entspricht. Oder was ihn einfach interessiert, ihm Lust auf Schreiben macht.

Tausende an Registrierungen scheinen zu bestätigen, dass eine freiberufliche Tätigkeit als Textbroker-Autor Freiheiten birgt, die andere Arbeitsstellen nicht bieten. Viele Frauen und Männer wollen für ihre Familien da sein und dieser gerne auch Priorität einräumen. Sich nicht an einen festen Arbeitsplatz zu binden, um Geld zu verdienen, bedeutet zeitliche und örtliche Flexibilität. Der Arbeitsplatz bei Textbroker ist der heimische Schreibtisch, der Eckplatz im Computerraum der Universität, das Internetcafé im Ferienort – sogar die Straßenbahn, in der man via Smartphone im Internet surfen kann. Autor und Vater Gregor B. freut sich darüber, jederzeit „Leerlaufphasen sinnvoll nutzen“ zu können.

Die Möglichkeit, den eigenen Tagesablauf so zu gestalten, wie es dem Privatleben gut tut, sehen die Autoren als großen Vorteil an. „Man kann auf alle unvorhergesehenen Ereignisse in der Familie einfach reagieren, ohne auf die Kulanz des Arbeitgebers angewiesen zu sein“, bestätigt Susi H.

Auf das schlechte Gewissen, das sie früher oft Kolleginnen gegenüber verspürte, wenn das Kind mal wieder krank war, verzichtet sie gerne. „Keine Entschuldigungen, keine Urlaubsabsprachen – alles frei planbar“, zeigt sie sich vom Konzept überzeugt.

„Man kann nie wissen, was passiert“, sagt Annett und zum ersten Mal wird ihre fröhliche Stimme ernst. Als der Vater ihres Mannes 2009 an Demenz erkrankt und seine Ehefrau nicht in der Lage ist, diese Krankheit zu ertragen, ist Annett diejenige, die ihn pflegt. Diese Erfahrung zeigt, dass sich Familienverantwortung nicht nur darauf begrenzt, die eigenen Kinder erfolgreich durch die Schule zu schleusen. Täglich besucht Annett den alten Mann bis zu dessen Tod und sieht seine zunehmende Verwirrung, seine Verzweiflung, wenn er gerade nicht vergisst, dass er alles vergisst.

„Damals war es sehr wichtig für mich, dass mein Leben trotz dieser emotionalen Belastung normal weitergeht.“ Sie beugt sich vor, verleiht ihren Worten dadurch mehr Nachdruck. Man sieht ihr den Schmerz über die vergangene Situation noch heute an. „Da war es gut, eine Arbeit zu haben, die es ermöglichte, die Pflege eines Familienmitglieds zu integrieren.“

Auch Anja W. empfindet das Schreiben für Textbroker als „außerordentlich familienfreundlich“. Kein Zeitdruck laste dabei auf ihr, sie könne jederzeit einen kurzfristigen Termin einschieben. Es gibt keine zu schaffende Mindesttextmenge, nur die Fristen der einzelnen Texte, die aber meist gut einzuhalten seien. Die Mutter von einem Baby und drei Teenagern nutzt vorrangig die ruhigen Abend- und Nachtstunden, um das Familienbudget ein wenig aufzubessern.

Schreiben als Stressausgleich und fürs Selbstvertrauen

Hund arbeitet | Rebecca Nicklaus | textbroker.de
Hund arbeitet | Rebecca Nicklaus | textbroker.de

Denn darin sind sich viele Autoren einig: Sie brauchen Ruhe zum Schreiben. Die nötige Konzentration mag sich bei kleinen Kindern und einer Vielfalt an Haushaltspflichten nicht immer einstellen. Es verlangt Disziplin, Organisationstalent und einen verständnisvollen Partner – alles wichtige Punkte, die im Familienmanagement sowieso eine große Rolle spielen.

Allerdings kann es auch umgekehrt laufen. Jeannette S. beispielsweise findet in ihrer Tätigkeit einen Ruhepol, in den sie sich zurückziehen kann: „Wenn es zu Hause stressig ist mit den Kindern, dann hilft mir das Schreiben, wieder zur Ruhe zu kommen.“

Obwohl ein Autor für seine Arbeit diese Zurückgezogenheit braucht, ist es wichtig, dass er sich dabei nicht alleingelassen fühlt. Sabine W. bedauert manchmal, dass sie keine Kollegen hat, mit denen sie nach einem langen Arbeitstag etwas trinken gehen kann. Textbroker begegnet diesem Umstand mit einem freundlichen Supportteam und einem Forum, in dem sich die Autoren miteinander austauschen können. „Ich habe über diese Arbeit sehr viele nette Menschen kennengelernt, Kollegen, Arbeitgeber und das Team in Mainz“, erzählt Gregor B. „ Sie haben meinen Horizont über das Schreiben hinaus erweitert. Das färbt auf mich als Person und somit auch auf meine Familie ab.“

Auch den anderen Autoren bringt das Schreiben für Textbroker nicht nur eigen verdientes Geld – zusätzlich zu den Pflichten in Familie und Haushalt. Es ist mehr als eine bloße Dienstleistung, es schenkt den Autoren Freude durch das gewonnene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gregor B. spürt „mehr Selbstbewusstsein, was das geschriebene Wort betrifft“. Besonders über die „wertvollen Tipps“ der Textbroker-Editoren ist er dankbar. Diese lesen jeden verfassten Text, bewerten ihn und versehen ihn mit konstruktiven Kommentaren, die den Autoren helfen, sich zu verbessern.

Aber nicht nur Gregor B. profitiert von seiner Textbroker-Tätigkeit. So geht es vielen Autoren: Tanja P. findet großen Spaß daran, sich mit so vielen unterschiedlichen Themen zu beschäftigen und Susi H.s Kenntnisse haben sich dadurch nach eigenen Angaben „beträchtlich erweitert“. Auch Jeannette S. merkt, wie gut ihr die geistige Tätigkeit tut. Sie befindet sich gerade in Elternzeit und möchte sich durch die Schreibtätigkeit in ihrem beruflichen Gebiet auf dem neuesten Stand halten. „Ich profitiere vom Schreiben, weil ich neben der Familie eine Aufgabe habe“, erklärt sie. Etwas Eigenes zu haben, einen Beitrag zur Familienkasse zu leisten, vom Partner finanziell unabhängiger zu sein – das hebt das Selbstwertgefühl. Die Autoren sind stolz auf ihre Tätigkeit und ihre Texte. Sabine W. auch darauf, sich auf ihre „alten Tage noch so schnell und gut in ein neues Aufgabengebiet eingearbeitet zu haben.“

Abstand zur Arbeit will gelernt sein

Der größte Vorteil – die völlige Freiheit, wann und wie viel ein Autor arbeiten möchte, kann jedoch für übereifrige Autoren zur Arbeitsfalle werden. Sabine W. sieht die Gefahr, dass man „ständig mit der Arbeit beschäftigt ist“, schließlich liegt diese immer griffbereit. „Ich habe gelernt, dass auch Ruhepausen wichtig sind“, musste auch Gregor B. für die entsprechende Distanz zur Arbeit, die räumlich ja nicht besteht, sorgen. „Urlaube beispielsweise sind mir heilig.“

Annett kennt diese Übertätigkeit ebenso. Sie bezeichnet sich als „Messi im Kopf“ mit einer Brise Hyperaktivität: eine Sammlerin von Einfällen, eine Archivirin assoziativer Gedankenschnipsel. Seufzend, aber mit einem Lachen zeigt sie auf einen Stapel ausgeschnittener Zeitungsartikel, halb durchgelesene Magazine. „Ich nehme so viel wahr, auch gleichzeitig – es sind zu viele Informationen. Zu viel, was mich interessiert. Kümmere ich mich nicht sofort darum, ist es weg – verschwunden im Schlund des Alltags.“ Annett schreibt, weil es ihr Spaß macht – nicht, weil sie es so gut kann, wie sie selbst augenzwinkernd bemerkt. „Schreiben beflügelt mich“, erklärt sie. Es bereichere ihr Leben, auch vom Finanziellen abgesehen. Durchs Schreiben ordne sie die vielen Gedanken in ihrem Kopf, kanalisiere sie das hohe Maß an vorherigem Input. Annett ist eine Frau mit vielen Leidenschaften, sie lebt ihre Wissbegier in einer facettenreichen Welt voll aus. Dazu passt ihre Autorentätigkeit bei Textbroker. Ihre Werke entstehen zwischen Hunden, Familienfotos und bunten Mobile, die von der Decke hängen.

„Ich muss jetzt noch Einkaufen fahren, kann ich dich mit in die Stadt nehmen?“

Kois | Rebecca Nicklaus | textbroker.de
Kois | Rebecca Nicklaus | textbroker.de

Bevor sie sich in ihrem sonnigen Schlitten die sowieso schon wilden Haare vom Fahrtwind noch mehr zerzausen lässt, tauscht sie das pinke Stoffkleid gegen Hose und T-Shirt. Im Haus läuft sie meist barfuß. Spürt auf der Terrasse die von der Sonne aufgewärmten Holzplanken. Taucht in einer Pause die Zehen in den kühlen Teich und lässt die Kois Ginger, Kurti und Sushi daran knabbern.

Annett M. Wien lebt mit ihrer Familie in einer selbstgeschaffenen Idylle paradiesischen Ausmaßes. In unmittelbarer Nähe gibt es keinen Arbeitsplatz, man müsste das Auto nehmen oder sich selbstständig machen. Textbroker macht es möglich, dass Annett ein Hobby zu Geld machen kann. Und dass sie ihr kleines Stück Paradies dafür nicht zu verlassen braucht.

Wer Interesse am Verfassen von Textaufträgen hat, kann sich direkt bei Textbroker kostenfrei und unverbindlich informieren und registrieren.

Autorin: Rebecca Nicklaus

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