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Weihnachtszeit – schöne Zeit aber nicht für verwaiste Eltern

Kerze (c) pixelio.de / Maja Dumat

Kerze (c) pixelio.de / Maja Dumat

Wenn Sie als verwaiste Eltern zurückgeblieben sind, ist die Weihnachtszeit auch von Erinnerungen und Trauer geprägt. Haben Sie durch Krankheit, Unfall, eine seltene Krankheit oder ähnliches Ihr geliebtes Kind verloren ist es zu Weihnachten, wenn alles um Sie herum lacht und die Festtage genießt, besonders schwer. Gut ist, wenn Sie Freunde um sich haben, die Sie verstehen und denen Sie mal Ihr Herz ausschütten können. Leider hat nicht jeder jemanden, wenn er es wie zur Weihnachtszeit brauchen würde.

Verwaiste Eltern treffen sich im sozialen Netzwerken

Verwaiste Eltern treffen sich in Foren und Gruppen in sozialen Netzwerken. Viele haben für Ihre Kinder eigene Internet- und Trauerseiten. Offen mit dem Thema Tod eines Kindes umzugehen, hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass verwaiste Eltern schneller Hilfe und Unterstützung finden. Auch vermeintlich Fremde nehmen Anteil oder hinterlassen tröstende Worte. Im Rahmen von Behinderung und Krankheit eröffnen die Internetseiten von Kindern und ihren Eltern oft eine Austauschmöglichkeit auf der Suche nach den Ursachen und anderen betroffenen Menschen.

Für jeden die richtige Gruppe finden

Schmetterlingskinder.de ist eine besondere Seite für Eltern, welche durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, einen medizinisch indizierten Abbruch, eine Frühgeburt, durch Krankheit, oder während oder kurz nach der Geburt oder durch den plötzlichen Säuglingstod Ihr Kind verloren haben. Hier finden trauernde Eltern viele Tipps, Gedichte und unter anderem auch ein Forum, um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können. Jeder hat eine andere Erinnerung an seine Kinder und jeder geht anders mit ihnen um.

Auch bei Sternenkinder.de können Sie als Eltern Ihre Trauer und Erfahrungen mit anderen teilen. Sie können ihre Geschichten erzählen und sich Rat von anderen Mamas und Papas geben lassen. Für Angehörige, Freunde und Bekannte gibt es einen extra Forenbereich, denn nicht immer ist der Umgang mit den betroffenen leicht. Neben dem Forum, wo sich Nutzer unter dem Motto: Gemeinsam, miteinander, füreinander ungezwungen austauschen können, hat man auf Meinetrauer.de die Möglichkeit eine virtuelle Kerze anzuzünden. Für Nutzer unter 23 Jahren gibt es einen separaten Bereich.

Auch Therapien können hilfreich sein

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Münster bot zudem ab 2007 Hilfe für trauernde Eltern im Internet an. Die Internetbehandlung richtete sich an Eltern, die Hemmungen hatten, eine konventionelle Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, oder die nicht regelmäßig in eine Klinik kommen können. „Unser konzept beruhte darauf, dass die meisten Eltern jung und daher vertraut mit dem Internet sind und wir auf diese weise die Eltern bundesweit erreichen können“, sagt Dr. Anette Kersting, Oberärztin an der Klinik. Die Behandlung dauert 5 Wochen. Für viele Eltern ist gerade die schriftliche Auseinandersetzung mit dem traumatischen Thema hilfreich. Die Internetberatung kann allerdings keine herkömmliche Therapie ersetzen sondern ist ein erster Schritt, anonym Hilfe zu bekommen. Das Projekt wurde vom Bundesfamilienministerium für ein Jahr mit 65  000 Euro gefördert.

[Update: 05.08.2009] Uni Münster: Internetberatung für verwaiste Eltern zieht Bilanz

Insgesamt 54 Patienten (52 Frauen und zwei Männer) nahmen bisher an der Behandlung teil. Mit Erfolg, wie die Untersuchungsergebnisse des Projekts belegen. „Im Anschluss an die Behandlung zeigten die Klienten signifikante Verbesserungen auf allen Symptomebenen. Gemessen auf den:

  • Ebenen Trauer, traumatisches Erleben
  • allgemeine psychische Belastungen
  • Depressivität, Ängstlichkeit und Somatisierung

ging es den Teilnehmern der Therapie signifikant besser als vor der Behandlung,“ freut sich Kersting. Drei Monate nach Abschluss der Behandlung wurden die Teilnehmer erneut befragt – auch zu diesem Zeitpunkt war der Zustand der Betroffenen weiterhin so stabil wie direkt nach der Therapie.

Diese positive Entwicklung würdigt auch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das eine Weiterförderung des Projekts in Höhe von 65.000 Euro pro Jahr bis 2011 bewilligte. Dank dieser Förderung können betroffene Eltern die Onlinetherapie kostenlos in Anspruch nehmen. Das Angebot existiert leider nicht mehr.

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